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sven1421

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Samstag, 21. Januar 2012, 00:14

Opfer 3000


Die letzten 24 Minuten im Leben des Börsenmaklers Frank Bauer

Hinweis: Die hier folgende etwas längere Kurzgeschichte basiert auf einer spontanen Idee, einmal mehr ein wichtiges tragisches Ereignis einmal in Form eines persönlichen Einzelschicksals zu reflektieren. Ich habe mir hierfür nun den Börsenmakler Frank Bauer auserwählt. Die Darstellungen werden dabei an einigen Stellen recht heftig und unverhohlen sein, so daß ich den unter 16jährigen Besuchern dieses Forums lieber vom Lesen der Geschichte abraten möchte. Dennoch muß letztlich jeder selbst entscheiden, ob er sich diese nicht ganz leichte Kost zumutet. Allen, die es dennoch wagen, wünsche ich einmal mehr Gute Unterhaltung! :daumen:

OPFER 3000

Was bisher geschah

Hätten Sie nicht auch gern einmal eine angesehene Stellung in einer großen Firma? Fänden Sie es nicht toll, ohne große körperliche Anstrengungen 24000 Dollar im Monat zu verdienen? Wünschen Sie sich nicht auch manchmal, einen roten Ferrari zu besitzen und ein großes Büro im 90. Stock, von wo aus Sie den ganzen Tag über den herrlichen Ausblick über eine Weltstadt genießen zu können? Ich bin mir fast sicher, am Ende meiner Geschichte würden Sie ebenso liebend gerne auf all das verzichten wollen wie ich! Ach Verzeihung, ich hab mich Ihnen ja noch gar nicht richtig vorgestellt! Also dann ...

Ich bin Börsenmakler Frank Bauer und heute ist der letzte Tag meines Lebens ...

Naja, eigentlich hat der Tag ja schon längst begonnen, auch wenn ich mich schwer damit tue, meine Augen aufzubekommen. Ist halt gestern etwas spät geworden. Oder sollte ich lieber sagen, heute etwas früh?! Tja, um Ihnen das zu erklären, muß ich dann vielleicht doch etwas ausholen. Könnte also doch eine längere Kurzgeschichte werden. Wie dem auch sei: In den letzten Wochen und Monaten war ich jedenfalls rund um die Uhr damit beschäftigt, für meinen Chef diverse Aktienpakete zu kaufen. Vielversprechende Aktien kleiner Unternehmen, die aller Voraussicht nach am Ende ihrer Kurstalfahrt angekommen waren, weil sie in Kürze von einem Multi geschluckt und damit finanziell saniert wurden. Hat mich eine Menge Zeit gekostet, an die entsprechenden, gut gehüteten Informationen zu kommen. Aber wenn man schon so lang im Geschäft ist wie ich, dann kennt man halt eine Menge Leute, die über solche Infos verfügen. Ein kleiner Anruf hier, ein paar Schmeicheleien dort, und schon weiß man, was man wissen will und doch eigentlich gar nicht wissen darf. Irgendwann hält man dann einen riesigen Stapel Wertpapiere, die alle zusammen gegenüber dem geradezu läppischen Kaufpreis eine Gewinnspanne von knapp 10 Millionen Dollar ausmachen. Und dann muß man nur noch einen Riecher dafür haben, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, die Dinger wieder abzustoßen. Mein Näschen hatte mir gestern vormittag zu diesem Schritt geraten. Mein Chef war mehr als begeistert gewesen über meinen Deal und hatte sogleich eine riesige Party steigen lassen, zu der er nicht nur mich, sondern auch meine Frau und sämtliche Mitarbeiter unserer Firma einlud.

Als ich dann am Abend, vom Scheitel bis zur Sohle komplett von Giorgio Armani ausstaffiert, ohne Begleitung auf der Firmenparty erschien, machte nicht nur mein Chef große Augen. Ich erzählte ihm irgendwas von meine Frau habe starke Migräne. Dabei war ich es, der Kopfweh hatte, nach all dem, was mir meine Frau zuvor bei meinem Eintreffen zuhause an den Kopf geknallt hatte. Einen Workaholic hatte sie mich genannt und einen Rabenvater, der sich mehr um die Millionen seines Bosses als um seine kleine achtjährige Tochter kümmern würde. Die Meinungsverschiedenheit, was den Stellenwert meines Jobs in unserem Eheleben anging, war - wie schon so oft - rasch eskaliert. Am Ende hatten wir uns einfach nur noch gegenseitig angebrüllt. Ich warf ihr Unverständnis und Undankbarkeit vor, und sie verdächtigte mich, ein Säufer und Fremdgänger zu sein. Irgendwann hatte ich wütend die Haustür hinter mir zugeknallt und war ohne ein Wort des Abschieds in meinem neuen roten Flitzer von dannen gerauscht. Ich hab den Ferrari, der nur einen kleinen Teil vom Bonus darstellte, den mir mein Boß für meinen lukrativen Geschäftsabschluß spendiert hatte, durch ganz Manhattan gejagt. Bei einer der edelsten Boutiquen der Stadt machte ich zwischenzeitlich kurz Halt und warf mich in Schale, so daß ich schließlich gerade noch rechtzeitig bei unserer Firmenfeier im 90. Stock auftauchte. Hier stellte mich mein Chef auch gleich mit stolzgeschwellter Brust und strahlendem Lächeln dem Rest der Mitarbeiterschaft vor, wobei er mich immer wieder als sein bestes Pferd im Stall lobte. Viele von den Anwesenden kannte ich gar nicht, und um ehrlich zu sein, verspürte ich auch gar keine Lust, sie näher kennenzulernen. Als knallharter Spekulant hat man eh keine Kollegen und Freunde, nur Konkurrenten oder Feinde, die scheinheilig grinsend wie die Aasgeier um einen herumschwirren und hoffen, daß man irgendwann schwerverwundet als leichte Beute am Boden liegt. Dann fallen sie über Dich her und versetzen Dir mit ihren gierigen Schnäbeln den Todesstoß.

Ich hatte mir während unserer ausgiebigen Begrüßungsrunde immer mal wieder vom Tablett des einen oder anderen leichtbekleideten Serviermädchens einen edlen Wiskey geangelt, um meine Langeweile und den bitteren Nachgeschmack des heimischen Ärgers herunterzuspülen, als mich mein Chef last but not least ganz flüchtig auch noch seiner Sekretärin vorstellte. Candice hieß die junge Dame, die mir bei der Nennung ihres Namens vielsagend zulächelte und mit ihrer bezaubernd sanften Stimme zuhauchte: "Angenehm, Mister Bauer, aber Sie können ruhig Candy zu mir sagen. Das tut Vince ... äh ... ich meine Mister Price auch immer". Beschämt senkte sie ihren Blick für eine Sekunde, um ihn dann mit einem herrlich lasziven Augenaufschlag wieder zu erheben. Mein Chef hingegen schien mit einem Male ein wenig nervös und meinte, er würde uns jetzt einfach mal allein lassen, er müsse schauen, wo seine Frau Gemahlin abgeblieben sei. Candy fragte mich, ob ich nicht tanzen wolle und klimperte dabei ein paar Mal kräftig mit ihren langen Wimpern. Irgendwie konnte ich dabei gar nicht anders, als diesem Klimpern mit meinem Blick zu folgen, was sie wohlwollend als ein Nicken meinerseits auffaßte. Und noch eh ich es mich versah, hatte sie mich auch schon mit sich auf die große Tanzfläche im freigeräumten Vorzimmer des Chefbüros gezerrt. Wir müssen wohl beide ein ziemlich komisches Tanzpaar abgegeben haben. Ich, vom reichlichen Alkoholgenuß schon stark angeheitert und tänzerisch sowieso völlig unbegabt, zuckte wohl eher wie jemand mit einem Anfall von Schüttellähmung. Und Candice schlängelte, aufreizend mit ihrem Popo wackelnd, dabei um mich herum wie eine Go-Go-Tänzerin um ihre Stange. Irgendwann hauchte sie mir ins Ohr: "Du, Frankie-Boy, ich hab jetzt genug vom Rumhopsen und würde gern ein wenig mit Dir zusammen entspannen. Komm, wir suchen uns ein ruhigeres Plätzchen. Wo war noch gleich Dein Büro?".

Ich muß ehrlich gestehen, ihre offene Art gefiel mir. Und da sie mich bei unserem Tanz schon immer mal wieder - ganz offensichtlich absichtlich - in ihr auffallend tief geschnittenes Decolte blicken ließ, überraschte mich diese Seite an ihr auch überhaupt nicht mehr. Wie von selbst erhob sich daher mein ausgestreckter Zeigefinger in die Höhe und deutete auf das Büro ganz am Ende des Flurs. Dort angekommen schloß sie mit einem gekonnten Tritt ihrer Pumps meine Bürotür hinter uns. In ihren Händen aber hielt sie eine Magnumflasche französischen Champagner und zwei Sektgläser, die sie im Vorbeischlendern an der Theke hatte mitgehen lassen. Wieder rollten ihre Augen verführerisch und ihre roten Lippen flüsterten mit einem Blick auf das Etikett des edlen Gesöffs: "Au prima, Frankie-Boy, ich liebe französisch". Ob es wohl an dieser Frau und ihrem Auftreten lag oder einfach an der zuweit aufgedrehten Klimaanlage - mir wurde plötzlich heiß. Und weiche Knie bekam ich auch. So bedurfte es nur eines zarten Fingertips dieser Femme fatale gegen meine Brust, und ich saß innerhalb eines Sekundenbruchteils auf meinem ledernen Ecksofa. Noch einen Sekundenbruchteil später, und sie saß neben mir. Ok, eigentlich schon mehr auf mir. Zumindest hatte sich eines ihrer schlanken Beine über mein Knie gelegt, was mir wieder den Anblick ihres einladenden Decoltes vor Augen führte. Mama mia, ich fühlte mich für einen Augenblick wie Adam mit Eva im Garten Eden. Nur daß diese kleine Schlange mir nicht einen köstlichen Apfel präsentierte sondern gleich zwei davon. Um der Versuchung fürs Erste zu entgehen, die dieses Geschöpf zweifellos darstellte, schloß ich meine Augen. Und um mich und sie auf andere Gedanken zu bringen, begann ich zu reden - von meiner Frau und meiner Tochter, von unserem ewigen Streit wegen meiner zahllosen Überstunden und davon, daß es in unserer Ehe schon seit geraumer Zeit einfach irgendwie nicht mehr lief. Ich redete und redete, und kam dabei vom Hundersten ins Tausendste. Und innerlich rechnete ich dabei mit allem - daß sie gelangweilt das Weite suchte, daß sie schnarchend neben mir einschlief. Ja, ich hätte sogar mit einer saftigen Ohrfeige gerechnet, weil ich immer wieder von meiner Frau sprach. Nur auf eines war ich ganz und gar nicht gefaßt - darauf, daß sie mir einfach nur zuhörte. Das hatte schon lange kein Mensch mehr getan - sich einfach angehört, was mich im tiefsten Inneren wirklich bewegte. Die Anwesenheit von Candice tat mir gut und auch, wie sie am Ende meines ausführlichen Berichts einfach nur wortlos über mein stoppliges Kopfhaar streichelte.

Nach einer scheinbaren Ewigkeit öffnete ich meine Augen wieder und schaute sie an. Was ich dabei in ihrem Blick zu erkennen glaubte, waren eine Art tiefes Verständnis und inniger Vertrautheit. Ohne ihr wohltuendes Schweigen auch nur für eine Sekunde zu brechen, nahm sie schließlich mit dem Gesicht zu mir auf meinen Knien Platz, so wie ich es bei meiner Mutter früher oft zu tun gepflegt hatte, wenn wir Hoppe-hoppe-Reiter spielten. Ihre schlanken Finger umschlangen dabei meinn Hals, als sie mit einem Male in sich zusammenzuckte und hauchte besorgt: "Du Armer, Du zitterst ja! Ist Dir etwa kalt? Nicht das Du noch eine Erkältung kriegst?". Ich schüttelte vorsichtig meinen Kopf: "Nein, Candy, mir ist nicht kalt. Ganz im Gegenteil, es ist irgendwie so schrecklich heiß hier". Candice Blick bekam mit einem Schlag etwas Spitzbübisches und Verwegenes: "Mmh, wenn das so ist, dann sollten wir rasch was dagegen unternehmen. Nicht, daß Du Dich hier unter mir noch zu Tode schwitzt". Sprachs, löste seine Hände von meinem Hals und öffnete mir vorsichtig und gekonnt die obersten drei Knöpfe meines Oberhemds. Wieder zuckte Candy in sich zusammen und ihre Augen wurden groß: "Wow, was für ein stattlicher Pelz, Du Bär Du! Weißt Du, ich mag nämlich Männer mit starken Armen und Haaren auf der Brust. Und wenn sie dann noch so einfühlsam sind wie Du! Ach, was würde ich doch dafür geben, wenn es nur einmal einen solchen Mann gäbe, der sich auch für mich interessieren würde?! Aber ich gerate irgendwie immer an die Falschen. Entweder halten sie mich für doof und leicht zu haben, oder sie sind grob und benutzen mich als billige Putze. Du bist da ganz anders, das hab ich gleich gespürt". Ein paar Tränchen flossen aus ihren Äuglein die Wangen herab, während sich der Blondschopf vorsichtig senkte und auf mein teilentblößtes Brusthaar legte. Ich hörte ihr leises Schluchzen und begann, ihren Schulter zu streicheln. Sie weckte meinen Beschützerinstinkt, und nicht nur den. Plötzlich schien mich der Teufel zu reiten, und ich ließ meine Hand ein wenig auf Wanderschaft gehen. Behutsam strich ich ihren stoffbedeckten Oberarm entlang, dann ihren nackten Unterarm. Sie zog dabei reflexartig den Arm ein wenig zu sich heran, wodurch meine Fingerspitzen durch den Stoff ihrer Seidenbluse für eine Sekunde ihre Brust striffen. Wieder rechnete ich mit einer entrüsteten Reaktion oder einer Ohrfeige ihrerseits - und wieder geschah nichts dergleichen. Stattdessen hob sie nur langsam ihren Kopf, wischte sich kurzerhand die Tränen fort und senkte ihre roten Lippen auf meinen Mund. Ich versuchte noch einmal, aus dieser verfänglichen Situation auszubrechen, doch es war bereits zu spät. Wir beide hatten die Grenze längst überschritten. Alles, was jetzt geschah, geschah nicht mehr in Echtzeit, sondern vielmehr im Zeitraffer und wie in einem sinnlichen Rausch. Nach und nach rissen wir uns die Kleider vom Leib. Unsere zitternden Körper trafen sich, vereinten sich, verschmolzen. Ich war mal unter ihr und mal über ihr, naben ihr und vor allem immer wieder und wieder in ihr. Leise stöhnend gerieten wir mehr und mehr in eine Art Strudel der Leidenschaft. Vergessen war alles um uns herum!

Bis plötzlich eine vertraute Stimme wie von ferne meinen Namen rief. Erst dachte ich, es sei Candy auf dem Höhepunkt unseres Liebesspiels angelangt, dann aber erkannte ich zu meinem Entsetzen die Stimme meiner Frau ... Schlagartig kamen die Ernüchterung und der Katzenjammer, wie sie jedem Rausch zu folgen pflegen. Und nun setzte es doch noch die, an diesem Abend von mir bereits mehrfach erwartete Ohrfeige. Schmerzhaft traf, unter den Blicken vieler herbeigeeilter Partygäste, die flache Handfläche meiner Frau auf meine bereits leichtgerötete Wange. Dazu brüllte ihr zu einer erschrockenen Fratze entstelltes, sonst so schönes Gesicht: "Du elendes Schwein, Du! Und ich wollte Dich überraschen und mich wieder mit Dir versöhnen. Sogar einen Liebestrip nach L.A. hatte ich uns schon für morgen gebucht. Unsere Kleine hätte meine Schwester für ein paar Tage zu sich genommen, damit wir endlich mal ein wenig Zeit für uns haben und unser eingeschlafenes Eheleben wiederbeleben können. Aber wie ich sehe, machst Du Deine Wiederbelebungsversuche schon anderwärtig! Bleib ruhig bei Deiner kleinen Schlampe! Was mich angeht, bist Du gestorben! Hörst Du! Gestorben! Wag Dich ja nicht, noch einmal unser Haus zu betreten! Und was Deine Tochter angeht, so werde ich dafür sorgen, daß Du sie nie wieder zu Gesicht bekommst!". Damit machte sie wutentbrannt auf dem Hacken kehrt und schlug die Bürotür mit lautem Knall hinter sich zu. Für einige Minuten war ich vor Schock wie erstarrt. Nicht einmal meine Blöße hatte ich während des ganzen dramatischen Schauspiels vor meiner Frau und den zahlreichen Zaungästen zu verbergen versucht. Candice hingegen hockte schon die ganze Zeit zusammengekauert am Fuße des Ledersofa und blinzelte ängstlich unter ihrer eilig übergeworfenen Seidenbluse hervor. Es müssen noch etliche Minuten vergangen sein, bis sie langsam wieder aufzustehen vermochte, sich - immer noch am ganzen Körper bibbernd - anzog und schließlich wie ein begossener Pudel zur Bürotür schlich. Dann öffnete sie die Tür, erst einen kleinen Spalt weit, dann ganz und wisperte dem davorstehenden, grinsenden Mister Price ins Ohr: "Sorry, Vince, aber das mit mir als speziellem Bonus für ihren verdienstvollen Mitarbeiter war wohl am Ende doch keine ganz so tolle Idee wie wir beide gedacht haben". Mein Chef aber winkte nur schmunzelt ab: "Ach laß mal, Kleines, die Bauers Alte beruhigt sich schon wieder. Glaub mir, ich kenn die Weiber. Und jetzt husch, husch in meine vorgeheizte Limosine, Dein Candyman Vince möchte heut abend schließlich auch noch auf seine Kosten kommen bei seinem Zuckerstückchen!". Was folgte, wae ein gezielter Schulterblick, ob seine Frau in Sichtweite war, dann ein rascher Klaps auf den wohlgeformten Hintern der Sekretärin, und schon war die hübsche Candice in Richtung Aufzug und Tiefgarage entschwunden. Der Chef aber zwinkerte mir ein letztes Mal zu und sprach: "Gute Arbeit, war recht schön anzusehen, eure kleine Extravorstellung! Nur zu schade, daß es dabei kein Happyend gab, weder mit der Kleinen noch mit ihrer Frau. Aber jetzt will ich Sie nicht länger stören! Vielleicht wollen Sie das Ganze ja jetzt noch in aller Stille allein - sozusagen in Handarbeit - zu Ende bringen?! Wär doch echt schade sonst, jetzt, wo sich der kleine Frankie schon so sehr ins Zeug gelegt hat. Also dann, weitermachen, Bauer!". Damit trat der ewig grinsende Mister Price einen Schritt zurück und schloß leise die Bürotür.

Das, worauf der Chef mit seinen Worten wohl hinauswollte, daran war in der nun über mich hereinbrechenden Nacht ebensowenig zu denken wie an erholsamen Schlaf. Zu sehr beschäftigte mich der Gedanke, durch meine leichtsinnige Tat sowohl meine Frau Jenna als auch unsere gemeinsame Tochter Jackie für immer verloren zu haben. Und so saß ich den restlichen Abend splitterfasernackt und von allen verlassen auf meinem Ledersofa. Und jetzt war es keine Erregung mehr, die meinen bloßen Körper erzittern ließ - jetzt waren es Kälte und Angst. Angst vor dem, was schwarz auf weiß übers Faxgerät um 23.41 Uhr zu mir hereinschneite. Und während sich gegen Mitternacht draußen vor der Tür scheinbar auch die letzten Partygäste auf den Heimweg machten, überflog ich wieder und wieder die wenigen Zeilen, die all meine Hoffnungen auf eine zweite Chance und einen möglichen familiären Neubeginn mit einem Schlag zunichte werden ließen: "Sehr geehrter Mister Bauer! Hiermit verfüge ich, daß sie sich von diesem Augenblick an bis auf weiteres weder dem Wohnsitz ihrer Frau Jenna Bauer noch ihrem gemeinsamen Kind Jackie mehr als 800 Meter nähern dürfen. Jeder Verstoß gegen diese getroffene richterliche Eilverfügung zieht eine strafrechtliche Verfolgung mit sich! Hochachtungsvoll, Richterin Alexandra Hold. NY, dem 10. September 2001". Den Rest der Nacht hatte ich, das amtliche Schreiben immer im Blick, meine Wut über mein triebgesteuertes Handeln am vergangenen Abend, die Trauer über mein gegenwärtiges Schicksal und meine Furcht vor der Zukunft in zwei weiteren Flaschen Whisky ersäuft, bis mir gegen 6 Uhr endlich die Augen zugefallen waren.

Tja, so war das also gewesen - gestern abend und heute nacht. Mühsam öffnete ich die Augen, wobei mich von der gigantischen Fensterfront meines Büros her sofort strahlender Sonnenschein blendete. Der Blick meiner zusammengekniffenen Augenschlitze suchte und fand schließlich die genaue Uhrzeit. Die goldene Rolex an meinem Handgelenk zeigte exakt 08.44 Uhr. Der Tag fing also gerade erst richtig an, nur ich war jetzt schon regelrecht am Ende, was nicht nur meinen Tag, sondern auch was mein ganzes Leben anging. Und dabei ahnte ich noch nicht einmal, wie nahe mein Lebensende mir letztendlich wirklich war - oder besser gesagt, wie bedrohlich und tödlich nahe es mir just in diesem Moment bereits kam ...

Ich bin Börsenmakler Frank Bauer und dies sind die letzten 24 Minuten meines Lebens ...

[Wird fortgesetzt]

+++ CRIMINAL MINDS +++ DALLAS +++ CASTLE +++ DOCTOR WHO +++ 24 +++

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Angel (6. September 2012, 23:20)

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