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M.V.V.M.

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Samstag, 14. Januar 2012, 12:40

[ARCHIV] Tödliche Vergeltung (Story 01)

Eine kurze Übersicht:
Mike Gaber arbeitet als Antiterroragent für das FBI. Er hat eine sehr dunkle Vergangenheit und vertraut niemanden. Eines Tages wird er von einem Freund zu dessen Hochzeit eingeladen. Dort lernt er die junge Professorin Becky Summers kennen, mit der er anschließend viel Zeit verbringt. Als jedoch ein paar Anschläge auf Becky stattfinden, ist Mikes Urlaub beendet, da er all seine Fähigkeiten aufbringen muss um Becky zu beschützen und gleichzeitig die Hintermänner zu finden.

Prolog

Es war ein regnerischer Abend in Washington. Mike Gaber lag vor einer alten Lagerhalle, die etwas abseits der Stadt lag, auf der Lauer. Er hatte sein HK G36KV mit dreifach optischem Zielfernrohr ausgestattet und wartete in seinem schwarzen Kampfanzug auf Zugriffserlaubnis. In seinem Funkgerät, hörte er die verschiedenen Operatoren über ihren Status berichten. Mike lag jetzt seit eineinhalb Stunden auf demselben Fleck und warf den einen oder anderen Blick durch sein Zielfernrohr um die Lage zu prüfen. Seine Knochen schmerzten und er hoffte, dass diese Terroristen bald auftauchen würden. Hätte er vor zwei Tagen gewusst, dass er bei dieser Mission wieder auf der Lauer liegen würde, in einem Wald fünfhundert Meter weit von seinem Ziel entfernt, hätte Mike diesen Auftrag bestimmt nicht angenommen. Dann endlich kam der Funkspruch von Falcon One. „Okay, da kommt ein schwarzer Van, alle warten auf meinen Befehl … wir haben die Bestätigung, an alle Einheiten Zugriff.“
Von allen Seiten drang ein: „Verstanden.“, durch sein Funkgerät. Mike drückte den Sendeknopf und stimmte mit ein. „Verstanden.“
Er sprang auf, mit der HK G36KV im Anschlag und eilte den Hügel hinunter. Unten angekommen hörte er wie ein wilder Schusswechsel seinen Anfang nahm. Er hielt kurz an, ging in die Knie und blickte durch sein Zielfernrohr. Mike fand einen der Terroristen und tötete diesen durch einen gut gezielten Kopfschuss. Mike stürmte weiter und kam endlich bei der Lagerhalle an. Rechtzeitig um zu sehen, wie zwei Männer Granaten in die Richtung der Bundesagenten warfen. „Deckung!“ brüllte Mike geistesgegenwärtig und hechtete über einen Stapel Kisten, damit er vor der bevorstehenden Explosion einigermaßen geschützt war. Die Wucht der Explosion erfasste ihn dennoch und schleuderte ihn durch den Raum. Er war etwas benommen und sah einen der Angreifer vor sich, der seine Kalaschnikow auf ihn richtete. Mike wusste, dass er sein Gewehr verloren hatte, doch er war nicht ansatzweise schnell genug um seine Sekundärwaffe, eine Beretta 92F, Kaliber 9 Millimeter zu ziehen und gleichzeitig einen Schuss auszuweichen. Plötzlich wurde der Typ von vier Kugeln regelrecht durchsiebt. Mike reagierte im Reflex, zog seine Beretta, sprang auf und suchte die Halle nach weiteren Bedrohungen ab. Er entdeckte einen Mann, der unbehelligt die Bomben zünden wollte. Mike brachte die Waffe in Anschlag und feuerte fünf Mal auf den Terroristen. Er eilte nach vorn und sicherte den Zündmechanismus. Aus den Augenwinkeln heraus konnte er erkennen wie ein weiterer Terrorist in die Halle stürmte. Mike erkannte eine Schrotflinte, vermutlich eine Remington 870. „Waffe.“, brüllte Mike laut, doch ehe er noch in irgendeiner Weise reagieren konnte, feuerte der Typ und die Kugeln schlugen in Mikes Kugelsichere Weste ein und schleuderten ihn nach hinten auf den harten Boden. Gaber hatte Schwierigkeiten mit dem Atmen und hörte nur wie der Typ von seinen Kollegen niedergeschossen wurde. James Francis ein weiterer Agent des Federal Bureau of Investigation, beugte sich über Mike und half ihm dabei, die Weste abzunehmen. „Mike, ist alles in Ordnung?“
Schwer atmend, erwiderte dieser: „Ja … es geht schon, die Weste …“
„Ich weiß, die Weste hat dich gerettet, geht’s?“
„Ja, außer, dass ich jetzt vermutlich wieder weiß, wie gefährlich unser Job ist.“, erwiderte Mike scherzhaft.

Kapitel 1

Eric Rainfield war mit seinen 56 Jahren schon ein altgediegener Agent. Seit dem Jahr 2010 war er Direktor des FBI, nachdem er selbst seit über 27 Jahren im Außendienst tätig war. Rainfield strotzte vor Erfahrung. Er hatte auf jede taktische oder strategische Frage eine Antwort. Es gab so gut wie keine Situation mit der er nicht fertig wurde. „Gute Arbeit Mike.“, lobte Eric seinen besten Agenten. „Die Sprengsätze wurden alle sichergestellt und Er persönlich hatte Mike Gaber angeworben und ausgebildet. Er war sehr zufrieden mit ihm. Er lernte schnell und hatte schon nach nur einem halben Jahr bereits drei erfolgreiche Mission hinter sich gebracht. Jetzt, 16 Jahre später zählte er zu den besten Agenten des FBI, nachdem er wie Rainfield selbst vor ein paar Jahren, von der CIA wegging.
„Weswegen ich Sie eigentlich herbestellt habe Mike, ist folgendes. Ein alter Freund von Ihnen, ein gewisser Stephen Martin Clark heiratet kommenden Samstag in Boston und er hat Sie eingeladen. Sie würden für die Zeit, die Sie in Boston sind, Urlaub bekommen.“
Mike dachte kurz nach. Sein letzter Urlaub lag bereits zwei Jahre zurück, vielleicht war es gut mal abzuschalten und so antwortete Mike: „Na schön, ich werde fliegen. Wann muss ich am Flughafen sein?“
„Sie fliegen in zwei Stunden. Ich habe bereits einen Privatjet für Sie bereitstellen lassen und Ihnen frische Kleidung sowie einen Anzug für die Hochzeit in den Flieger bringen lassen. In Boston bekommen Sie einen Wagen mit der üblichen Ausrüstung, nur ohne Blaulicht, da ich weiß, dass Sie ihren Freunden gegenüber gesagt haben, dass Sie ein Manager bei Kings Technologies seien. Mike, wann werden Sie diese alte Identität endlich ablegen? Sie arbeiten jetzt für das FBI, und nicht mehr für die CIA.“
Mike grinste.

Gelände der Harvard University Freitagnachmittag

Mike sah sich auf dem Gelände der University um. Hier hatte er vor 16 Jahren studiert und seinen Abschluss als Bachelor gemacht. Damals hatte er sich nie träumen lassen, eine Karriere als Bundesagent anzufangen. Doch brachte dieser Job einige Gefahren mit sich. Zum Beispiel, die nicht wenige Anzahl von Menschen, die seinen Tod wollten. Aber er war nicht umsonst der Beste, den es für diesen Job gab. Dafür war er ausgebildet und er würde nie sein Land verraten, sollte er irgendwann mal gefangen genommen werden, er war sogar bereit für sein Land zu sterben.
„Michael!“, hörte er einen erfreuten Ausruf von links.
Mike drehte sich in die Richtung aus der der Ruf kam. Dort stand er Steve Clark, der damals mit ihm MBC studiert hatte. Er kam in einem weißen Anzug zu ihm hinüber geeilt.
„Hey Steve.“, erwiderte Mike den Gruß seines alten Freundes.
„Tut gut dich zu sehen.“
„Geht mir genauso.“, erwiderte Mike.
„Komm, ich erklär dir den Plan.“, antwortete Steve und machte eine Geste die das weiterschreiten signalisierte.
„Also morgen haben wir ein großes Wiedersehensfest arrangiert und am Sonntag findet mein Junggesellenabschied statt und danach ist eine Woche lang Vorbereitung für uns. Die Gäste haben derweilen Zeit sich umzusehen, sich einander wieder näher zu kommen und Zeit miteinander zu verbringen. Siehst du beiden Damen da drüben?“, fragte Steve und deutete auf zwei wunderschöne Damen die sich vor dem Buckminster’s Cafe befanden. Mikes geübtes Auge hatte die beiden schon entdeckt, ehe Steve ihn darauf hingewiesen hatte. „Ja.“
„Die Brünette ist meine Verlobte, ihr Name ist Jennifer, sie hat hier Kunst studiert.“, klärte Steve auf.
„Herzlichen Glückwünsch.“
„Bist … Bist du eigentlich in einer Beziehung?“, fragte Steve vorsichtig.
„Nein.“, erwiderte Mike.
„Oh gut, denn Becky Summers, die Rothaarige möchte dich gern kennen lernen.“, antwortete Steve mit erleichterter Stimme.
Mike war sich nicht ganz sicher, was sein Freund damit andeuten wollte, doch spätestens im Cafe würde er es herausfinden. Gemeinsam mit den beiden Frauen betraten sie das Cafe und Mike entdeckte auf der Stelle Frank Gates. „Professor Gates, Sie hier?“, fragte Mike mit erfreuter und überraschter Stimme.
„Klar, Mr. Clark hat mich ebenso eingeladen. Die letzte Hochzeit auf der ich als Gast war, war nachdem ich aus dem Vietnamkrieg heimgekehrt bin.“
„Sir, Sie überraschen mich immer wieder, ich wusste gar nicht, dass Sie im Vietnamkrieg waren. Bei welcher Einheit waren Sie denn?“, fragte Mike deutlich interessiert.
„Bei der 1. US-Marineinfanteriedivision.“
„Ich bin beeindruckt.“, erwiderte Gaber.
„Aber bevor wir jetzt von mir anfangen, herzlichen Glückwünsch Mr. Clark. Ich hoffe ihre Ehe hält länger als meine beiden.“, lenkte Frank das Thema um und fing an zu lachen.
„Miss Summers, Sie sehen wieder wundervoll aus.“, begrüßte Gates den letzten Gast.
„Oh, Verzeihen Sie, wir wurden uns noch gar nicht vorgestellt, ich bin Michael Gaber, aber Sie können mich ruhig Mike nennen.“
„Sehr erfreut Mike, ich bin Rebecca Summers. Meine Freunde nennen mich Becky.“, erwiderte die rothaarige Frau, die nach Mikes Beurteilen nicht mal schlecht aussah.
Als alle Platz genommen und sich was bestellt hatten, fragte Becky nach Mikes Beruf: „Und Mike, was machen Sie beruflich?“
Mike wusste nicht ob er allen die Wahrheit erzählen sollte, was ihm sein Vorgesetzter Eric Rainfield geraten hatte, oder ob er lügen sollte.
„Ich bin Manager bei einer Firma, die Technologien an verschiedene Firmen verkauft, also nicht wirklich etwas Besonderes und sie?“
„Ich? Ich bin Professorin an der Universität. Ich unterrichte Kunst und bitte nennen Sie mich Becky.“, erwiderte Becky mit einem Lächeln.
„Okay … Becky.“
„Und wie geht es Ihnen Mr. Clark?“, fragte Frank Gates.
„Oh es läuft alles prächtig in der Firma. Jetzt erst haben wir ein großes Geschäft abgewickelt und Jennifer hier, bringt in drei Wochen ihr erstes Buch heraus.“
„Herzlichen Glückwünsch.“, stimmten Frank, Becky und Mike ein.
Jennifer wurde rot und wechselte das Thema. „Mike, ich hätte da eine brennende Frage, Sie scheinen viel zu reisen, wozu?“
„Wozu? Nun ja, wir vertreiben unsere elektronischen Geräte auf der ganzen Welt, doch seit ein paar Jahren nur noch in Amerika, und ich möchte bei jedem Kunden einen persönlichen Eindruck vermitteln, deshalb bin ich so oft auf Geschäftsreise.“
„Und sind Sie genauso erfolgreich wie Steve?“, fragte Jennifer.
„Ich bin vielleicht nicht so erfolgreich, aber ich habe ein nettes Haus in Washington, dazu einen eigenen Privatjet und einen Job der mir Spaß bereitet. Auch wenn ich oft verreise und fast immer arbeite, so habe ich doch genügend Zeit um mich auf die schönen Dinge im Leben zu konzentrieren.“, erwiderte er und warf Becky einen Blick zu.
Sie wurde rot und lächelte geschmeichelt. Mike erwiderte das Lächeln und fing dann wieder eine Konversation mit Frank an. „Sir, Sie müssen mir erzählen, welchen Rang Sie bei den Marines bekleideten.“
„Im Vietnamkrieg war ich Second Lieutenant und als ich 1971 wieder nach Camp Pendelton kam, wurde ich zum Captain befördert. Ich bin Träger der Medal of Honor und könnte Ihnen jederzeit den Hintern versohlen.“
„Dann lege ich mich mal besser nicht mit Ihnen an.“, antwortete Mike und brachte alle Anwesenden zum Lachen.
„Sie sind Träger der Medal of Honor?“
„Ja, wieso, was interessiert Sie daran so brennend?“
„Von wem wurde Sie ihnen verliehen, von Nixon oder Ford?“
„Sie wurde mir damals von Gerald Ford überreicht.“, erwiderte Frank mit stolzer Stimme.
„Sir, ich bin zutiefst von Ihnen beeindruckt.“
„Mike, woher kennst du dich so gut mit dem Militär aus? Hast du auch Verträge mit denen laufen?“, fragte Steve beeindruckt.
„Ich hab keine Verträge mit dem Militär, ein guter Freund von mir ist Captain bei der Army.“
„Aha, und der ist Träger dieses Ordens, oder?“
„Ja, sie wurde ihm erst vorigen Monat posthum von Präsident Cooper verliehen.“
„Tut mir Leid Mike.“, entschuldigte sich Steve, dem es unangenehm war, dass er die Frage gestellt hatte.
Mike glaubte Herzen in Beckys Augen zu erkennen. Man worauf hatte er sich da eingelassen. Eine Beziehung kam bei seinem Job nicht in Frage. Zudem müsste er dann nach Boston ziehen, was ihn zwar nicht stören würde, aber er wollte Becky keiner Gefahr aussetzen. Deshalb hielt er es für besser sich nicht zu sehr mit ihr einzulassen. „Mike, jetzt hätte ich eine Frage an Sie.“, fing Becky an.
„Bitte, nur zu.“
„Würden Sie morgen zu der Feier meine Begleitung sein?“
Solche Situationen wollte Mike eben vermeiden, aber er wollte Becky gegenüber nicht unfair sein, deshalb bejahte er ihr Anliegen. „Klar, wieso nicht.“
Sie lächelte erleichtert und beugte sich zu ihm hinüber. „Vielen Dank.“
„So, ich denke wir müssen jetzt, denn sonst schmeißen die uns noch raus.“, erklärte Steve. Er zückte eine Geldbörse und übernahm alle Getränke, sowie den Kuchen, den Mike sich bestellt hatte.
Beim Hinausgehen fiel Mike ein schwarzer Transporter auf, der ihm verdächtig vorkam. Er konzentrierte seinen Blick ins Innere des Fahrzeuges und konnte dort drei Personen entdecken.

Der nächste Tag brach heran und Steve war damit beschäftigt zusammen mit seiner Frau die Gäste willkommen zu heißen. Mike und Becky machten derweilen einen Ausflug ins Shoppingleben von Massachusetts. Becky kaufte in einem amerikanischen Shop ein um für die Party eingekleidet zu sein. Mike unterstützte Sie dabei und danach gingen die beiden schick essen.
„Mike, ich bin Ihnen so dankbar, dass sie mich begleitet und mich beraten haben.“
„Ist doch selbstverständlich.“
Sie beugte sich zu ihm rüber und küsste ihn zärtlich auf die Wange. Mike war etwas ratlos, wollte er doch distanziert bleiben. Mike glaubte mittlerweile an einen Versuch von Steve und Jennifer ihn mit Becky zu verkuppeln, denn sein Hotelzimmer lag gleich neben dem von Becky.
Man Becky war anscheinend voll ihn in verknallt. Zufällig fiel sein Blick nach draußen, wo er erneut den schwarzen Transporter entdeckte. In Mike gingen alle Alarmglocken los. Seine Sinne verschärften sich und er blickte sich im Lokal um, ob er irgendwo eine potenzielle Bedrohung entdecken konnte. Zwei Männer, die beide einen Cappuccino tranken, kamen ihm besonders verdächtig vor. Sie hatten genau den Platz gewählt, von dem aus sie das ganze Restaurant überblicken konnten. Zusätzlich betraten die beiden erst nach Mike und Becky das Lokal, welches sie noch zusätzlich verdächtig machte. Mike ging in Gedanken durch, wie er Becky schleunigst in Sicherheit bringen konnte. Er beschloss erst mal abzuwarten. Um für einen Angriff gewappnet zu sein, musste er sich das Tafelmesser aneignen, ohne das die Typen oder Becky etwas davon mitbekamen. Er beschloss so zu tun als hätte er draußen etwas Interessantes entdeckt. Der Plan funktionierte, Becky richtete ihren Blick ebenfalls nach draußen und mit der rechten Hand griff er sich das Messer, welches er in seinen Gürtel steckte. So konnte er es gut und schnell erreichen, sollte es nötig werden. Becky wandte ihren Blick von draußen ab und konzentrierte sich wieder auf Mike, der sie verschmitzt anlächelte. Er gefiel ihr, auch wenn sie dies nie zugeben könnte. „Ich komm gleich wieder.“, informierte sie ihn, stand auf und verschwand in Richtung Toilette. Mike blickte unauffällig in die Richtung der beiden Typen, die noch immer dasaßen und sich unterhielten. Mike winkte den Ober her und bezahlte die offene Rechnung. Nach, für Mike nicht enden wollenden, drei Minuten kam Becky wieder und die beiden verließen das Restaurant. Beim Hinausgehen, achtete Mike auf jede Bewegung der beiden Männer. Sie rührten sich nicht von ihren Plätzen und schienen sich auch sonst nicht für Mike und Becky zu interessieren. Als Becky in Mikes Wagen gestiegen war, zog er das Messer und warf es weg.

Sie fuhren zurück in ihr Hotel, wo Becky versuchte Mike zu überreden mit ihr schwimmen zu gehen. Eine Stunde später waren die beiden unten und Mike hatte seine Bermuda-Shorts und ein weißes Shirt an. Als sie unten angekommen waren, zog Mike sein Shirt aus, enthüllte seinen muskulösen Körper und sprang in den Pool. Becky zog ihre beige Sommerhose aus und legte sie sorgfältig zusammengelegt zu Mikes Sachen. Sie zog ihr hautenges Shirt aus und präsentierte sich vor Mike im Bikini, der ihr wunderbar passte. Mike musste sich zusammen nehmen um nicht den Verstand zu verlieren. Sie war heiß, das musste er zugeben. Becky vollführte einen Hechtsprung und tauchte vor Mike wieder auf. Die Zeit war da und Mike genoss die Augenblicke mit ihr. Als sie aus dem Pool kamen, fiel Beckys Blick auf Mikes staatlichen Rücken, doch sie erschrak bei dem Anblick. Sie glaubte drei Einschusslöcher zu erkennen. Wer war der Mann, in den sie sich vor einem Tag verliebt hatte?
Mike wusste auf der Stelle, dass sie die Schusswunden entdeckt hatte und zog nachdem er sich abgetrocknet hatte schnell das Shirt über. Mike setzte sich hin und sah Becky durchdringend an. „Waren das Einschusslöcher?“, fragte Becky mit nervöser Stimme.
Mike erinnerte sich an die Biografie, die die CIA für ihn geschrieben hatte. „Ja, 1999 wurde ich auf einer Dienstreise angeschossen als ein Bodyguard von einem meiner Kunden durchdrehte und ihn mit vier Kugeln beschoss. Zufällig stand ich genau in seinem Schussfeld und wurde getroffen.“
Becky stand da und reagierte geschockt. „Und was ist dann passiert?“, fragte sie betroffen.
„Ich wurde in ein Krankenhaus gebracht und wurde dort operiert. Ich hab nur knapp überlebt.“
In Wahrheit stammten die Schusswunden von einem schiefgegangenen Einsatz. Als er damals noch beim SAD arbeitete, wurde er mit zehn Operators der Delta Force nach Nordkorea geschickt, um dort einen amerikanischen Wissenschaftler zu töten, der die USA verraten hatte. Mike schaltete den Wissenschaftler aus, während die Männer der Delta Force die Akten des Verräters sicherstellten. Dummerweise, drangen zwei nordkoreanische Soldaten ein, die Mike überraschten. Drei Schüsse trafen ihn in den oberen Rückenbereich. Dass er noch am Leben war, verdankte er einzig und allein Captain Collins, der ihn damals aus der Lage rausholte und die beiden Soldaten tötete. Er bekam dafür die Medal of Honor überreicht und wurde fast 11 Jahre später in Afghanistan durch eine Telefonbombe getötet. Mike dachte immer wieder daran, wie es wohl gekommen wäre, wenn er allein gearbeitet hätte.
„So ich denke wir müssen uns jetzt fertig machen.“, erklärte Mike und erhob sich um mit Becky Hand in Hand wieder nach Oben zu gehen.

Zwei Stunden später waren die beiden angezogen und Mike führte Becky zu dem Ford Taurus, den die CIA für ihn bereitstellen ließ. Er folgte Steve und Jennifer in unauffälligem Abstand, sodass Mike sich zusammenreisen musste um nicht in den Drang zu verfallen unsichtbar zu werden. Um 18.30 Uhr waren sie vor einem nach außen hin kleinen Lokal angekommen. Doch drinnen standen bereits Plätze für über 200 Personen bereit.
Mike setzte sich mit Becky an einen Tisch um den zwei Stühle standen, denn Steve hatte ihn zu dem Tisch gezogen und wünschte Mike viel Glück. Dieser zog für Becky den Stuhl etwas zurück und rückte sie wieder an den Tisch als sie Platz genommen hatte. Danach bestellen sie ihre Getränke. Becky bestellte sich einen Gin Tonic Mischverhältnis 1:1. Mike bestellte nur eine einfache Cola, da er einen klaren Kopf behalten wollte, eine der wichtigsten Lektionen die er recht früh als Antiterroragent gelernt hatte. „Also Mike, wie lange sind Sie schon in dieser Branche tätig?“, fragte Becky und nippte an ihrem Glas. „Seit beinahe 16 Jahren.“
Sie lächelte und schätzte es wohl sehr, wenn man nichts zu verbergen hatte. Mike hasste sich dafür, dass er sie belogen hatte, doch er tat es aus verschiedenen Gründen. Mike hatte so seine Schwierigkeiten abzuschätzen, was er seinen Mitmenschen erzählen sollte und was nicht.
Meist entschied er sich dafür die Wahrheit zu sagen, doch er wollte vor seinen Freunden nicht als kalter Killer dastehen.
Ehe sie sich weiterunterhielten, kam die Bedienung und nahm ihre Bestellungen auf. Mike entschied sich für ein Steak mit Pommes Frites und gemischten Salat, während Becky gegrillte Hühnerstreifen auf Salat orderte. Während des Essens wurde die Stimmung noch durch leise und angenehme Musik verstärkt. Nachdem sie mit dem Essen fertig waren, stand Becky kurz auf und ging zu einem Nebentisch. Mike blieb auf seinem Platz sitzen und trank seine Cola. Er bemerkte wie Becky sich zu ihm umdrehte und mit dem Finger auf ihn zeigte um einer Freundin ihre Begleitung zu zeigen. Beckys Freundin lächelte kurz in seine Richtung und winkte. Er winkte ebenfalls und wandte sich dann der Bedienung zu, die kam um sein leeres Glas aufzusammeln. „Noch eine Cola bitte.“
Sie lächelte ihn an und erwiderte: „Kommt sofort.“
Becky kam zurück mit ihrer Freundin im Schlepptau und stellte sie kurz vor: „Mike, das ist meine Freundin Kate.“
„Sehr erfreut Kate.“
„Oh die Freude ist ganz meinerseits.“, erwiderte sie. Dann beugte sie sich kurz zu Becky hinüber und flüsterte ihr ins Ohr: „Der Typ ist heiß.“ Mike konnte dank seiner überaus guten Ausbildung hören, was die beiden sagten und musste sich ein Grinsen verkneifen.
Dann lachten beide und Becky schickte sie wieder zu ihrem Tisch. Mike der sich ebenfalls erhoben hatte schüttelte noch kurz Jennifers Hand und wollte sich gerade wieder setzen als er eine aufgebrachte Stimme hinter sich hörte: „Hey, was soll denn das?“ Plötzlich wurde er an der linken Schulter gepackt und herumgedreht. Reflexartig wollte er dem Typen die Hand brechen, entschied sich dann aber dagegen. „Becky was wird denn das?“, fragte ein für Mike unbekannter Mann. Becky lieferte sogleich eine Entschuldigung: „Mensch Greg, wir haben uns nur nett unterhalten.“
„Aha so nennst du das also, dich nur nett unterhalten.“, erwiderte Greg mit angefressener Miene.
„Hey Mann, wir haben uns wirklich nur unterhalten.“, versuchte Mike den Typen zu besänftigen.
„Hab ich Sie gefragt?“, herrschte der Typ Mike an, der langsam aber sicher die Beherrschung verlor.
„Ich dachte wir wollten uns hier treffen.“, fuhr Greg mit seiner Standpauke fort und richtete seine kräftigen Finger einmal auf Becky und dann wieder auf sich.
„Greg, wir haben uns wirklich nur nett unterhalten, außerdem hab‘ ich nie gesagt, dass wir uns hier treffen.“, gab ihm Becky einen Korb.
„Oh ich verstehe, dann wirst du ja sicherlich nichts dagegen haben, wenn ich deinem neuen Lover mal ganz nett eins auf die Fresse gebe.“, brüllte Greg und holte zum Schlag aus.
„Hören Sie, ich will keinen Ärger …“, versuchte Mike, das Gespräch auf eine vernünftige Ebene zu bringen.
„Zu spät, den hast du jetzt.“, unterbrach Greg ihn forsch.
Damit holte er zum Schlag aus und verpasste Mike einen harten linken Haken, der den Agenten zu Boden schickte. Mike schüttelte kurz den Kopf und griff sich an die Wange. Er bemerkte wie die zweihundert Gäste ihre Aufmerksamkeit auf Mike und Greg richteten. Der Schlag hatte ihn hart getroffen. Mike erhob sich und starrte kalt auf seinen Peiniger. Er hielt es für besser sich zurückzuhalten, da er Becky keine Angst einjagen wollte. Die regte sich über ihren Bekannten mächtig auf. „Greg, hast du den Verstand verloren?“
„Halt dich da raus Becky.“, fuhr er sie an.
Dann setzte er an Mike gewandt fort: „Oh, willst du mir mit deinen abwertenden Blick Angst einjagen?“
Mike wandte den Blick ab, drehte sich um und bewegte sich in Richtung Ausgang. „Genau, verpiss dich du Loser.“, rief Greg ihm hinterher und fing an dreckig zu lachen.
„Du bist so ein Schwein.“, machte Becky ihn runter und lief hinter Mike her. „Und wo willst du hin?“, fragte er Becky mit wütender Stimme. Doch sie ignorierte ihn bereits.
„Hey Greg, es wäre vielleicht besser Sie halten jetzt Ihr loses Mundwerk.“, schaltete sich Frank Gates ein, der sich dazwischen drängte.
Mike versuchte sich wieder zu beruhigen und ging an der frischen Luft herum. Verdammt, war ihm denn gar keine Ruhe gegönnt? Konnte er sich nicht einmal aus allem Schlamassel heraushalten? Er kannte die Antwort bereits, denn durch seinen Beruf war dies so gut wie unmöglich. Und das Beste war, er war noch immer bereit sein Land um jeden Preis zu verteidigen und zu beschützen, auch wenn er dabei draufgehen würde. Aber das war nun mal der Teil in ihm, der dazu fähig war jede Situation zu überstehen und jede Gefahr abzuwenden. Er mochte sich zwar nicht immer an die Gesetze halten, doch er tat es aus den richtigen Gründen, deshalb konnte er ja auch noch ruhig schlafen. Er hatte genug Erfahrung um zu wissen, dass er von der Regierung sehr geschätzt und von den Zivilisten, die wussten womit er sein Geld verdiente, eher gemieden wurde. Kein Wunder, konnte doch jederzeit ein Vertreter der Regierung auftauchen und ihn erneut für eine neue Operation reaktivieren. Es war schwer sich ein normales Leben aufzubauen, mit Familie und ganz normalen Alltagsjobs. In solchen Momenten des Zweifelns erinnerte er sich immer daran, dass er mit seinem Einsatz, einen wesentlichen Teil zur Sicherheit der Bevölkerung beigetragen hatte. Auch wenn die Leute es ihm nie danken würden, wusste er doch, dass ein Großteil der Bevölkerung aufgrund seiner Fähigkeiten sich im Moment sicher fühlen konnte. Klar, war sein Privatleben hart, doch er genoss jeden Moment davon, vor allem jetzt mit Becky. Mike spazierte auf und ab und wollte dem Drang zum Verschwinden bereits nachgeben um sich in der nächstbesten Bar zu betrinken, doch dann dachte er an Becky und was sie wohl denken sollte, wenn Mike sich in einer Bar die gleich um die Ecke lag, betrinken würde. Er beschloss hier draußen fürs Erste abzuwarten und dann wieder reinzugehen. Mike atmete die angenehm kühle Nachtluft ein und spürte einen reinigenden Effekt. Es tat gut abzuschalten und an nichts zu denken. Er bemerkte nicht wie Becky heraus kam und ihm Gesellschaft leistete. „Tut mir leid, dass Ihnen Greg eine verpasst hat.“
Mike fuhr erschrocken herum. „Das macht doch nichts, ist nicht das erste Mal.“
Mike lächelte um ihr nicht den Abend zu ruinieren. „Ach ja, wie oft waren Sie denn schon in eine Schlägerei verwickelt.“
„Ein paar Mal.“, antwortete Mike. Und das waren aber alles ausgebildete Kämpfer, dachte Mike ohne es laut auszusprechen.
Mike mochte ihr Lächeln und ihre süße Stimme. Sie erinnerte ihn teilweise an die Schauspielerin Jayma Mays. Das rote Haar, diese großen braunen Augen und diese Stimme. Mike wusste, dass er jeden Moment mit ihr genießen musste, denn er wusste auch, dass eine Beziehung nie klappen würde, dafür hatte er den falschen Job. Er wollte in ihrer Nähe sein und die Momente mit ihr zu ganz besonderen machen. Er wollte sie nicht damit belasten, wenn er wieder einmal das Land vor einem Terroranschlag bewahrte. Das wollte ihr Mike auf keinen Fall zumuten. Mike wusste nur zu gut, was es bedeutete die Verantwortung für eine verpatzte Operation zu übernehmen, bei der ein gesamtes Team ausradiert wurde. Schließlich war er damals als einziger Überlebender seiner Einheit heimgekehrt. Er wurde zwar von seinen Vorgesetzten als Held empfangen, doch die Familien der Opfer gaben ihm die Schuld für den Tod ihrer Angehörigen. Ein solches Ereigniss überwindet man nicht so einfach. Es war keine leichte Arbeit. Mike war damals ein seelisches Wrack und hatte niemanden. Doch nach einem Jahr im Urlaub kehrte er schließlich zurück und übernahm einen Auftrag im Irak. Er war nicht umsonst einer der besten Agenten der CIA. Im Jahr 2006 holte ihn sein Vorgesetzter, der ein Jahr zuvor zum FBI gewechselt war, in die Abteilung für Spezialoperationen im Inland, der Antiterroreinheit des FBI. Nie würde er Fahnenflucht begehen und sich vor einer Operation drücken, deshalb war es auch schwierig eine Beziehung anzufangen. Jeder Auftrag, brachte neue Gefahren mit sich, das war ihm bewusst und er würde alles tun, um den Auftrag zu Ende zu bringen.
„Mr. Gaber, Miss Summers? Störe ich?“, fragte Frank, der nur nach dem Rechten sehen wollte.
„Nein, Sie stören nie Mr. Gates.“, erwiderte Mike.
„Ist alles in Ordnung bei Ihnen? Ich entschuldige mich für Mr. Jenkins verhalten, doch er ist Sportlehrer bei uns, der oft handelt bevor er über mögliche Konsequenzen nachdenkt.“
„Ja, es ist alles okay, war halb so wild.“
„Okay, ich gehe dann mal wieder.“, erwiderte Frank und ließ die beiden allein.
„Wollen wir auch wieder reingehen?“, fragte Becky mit schüchterner Stimme.
„Klar warum nicht.“, erwiderte Mike mit einem freundlichen Lächeln.
Sie hängte sich bei ihm ein und ein Gentleman wie er nun einmal war, öffnete er für sie die Eingangstür und ließ ihr den Vortritt. Mike betrat hinter ihr das Lokal und setzte sich wieder an den Tisch, diesmal neben Becky.
„Das ist ja der Hammer, der Typ hat tatsächlich den Mut sich hier nochmals blicken zu lassen. Er scheint wohl noch nicht genug zu haben.“
Greg baute sich vor ihm auf und hob seine Hand um ihn zu verspotten, der Mann war offensichtlich betrunken. „Seht euch die Witzfigur an, der hat wohl noch nicht genug.“
Frank Gates schaltete sich erneut ein: „Mr. Jenkins, halten Sie sich zurück oder Sie werden mit Konsequenzen rechnen müssen.“
„Ist schon in Ordnung Sir.“, besänftigte Mike ihn.
„Genau, ist schon in Ordnung.“, äffte Greg Mike nach.
„Du denkst, du kannst bei ihr landen indem du ein paar Sprüche ablässt. Tut mir leid dich enttäuschen zu müssen, doch sie steht auf echte Männer.“, erklärte Greg und spannte seine Muskeln in den Oberarmen an.
„Ach und Sie denken, Sie wären ein echter Mann?“, erwiderte Mike mit ruhiger Stimme.
„Wenigstens hab ich meinen Militärdienst abgedient.“, konterte Greg.
„Bei der Army?“, mutmaßte Gaber.
„Genau. Eigentlich wollte ich danach ja zu den Army Rangern, doch ich entschied mich dagegen, es ist nicht so mein Stil, mein Leben zu riskieren.“, erklärte Greg.
Das dachte ich mir schon, schoss es Mike durch den Kopf. Der Typ war ein Witz. Er mochte zwar gut austeilen, doch Mike wettete, dass er nur wenig einstecken konnte.
„Ich bin beeindruckt G.I. Joe.“, antwortete Mike.
Greg verzog das Gesicht. „Du willst wohl noch ein paar aufs Maul?“
Jetzt war das Fass voll, dachte Mike und sprang auf. Er überragte Greg um ein paar Zentimeter und baute seinen muskulösen Körper vor ihm auf. Greg wich dagegen ein paar Schritte zurück. Mike zügelte sein Temperament etwas, er wollte dem Typen ja nur Angst einjagen und ihn nicht gleich töten, was für Mike ebenfalls keine Schwierigkeit gewesen wäre.
„Es wäre vielleicht besser Sie verschwinden jetzt.“, erklärte Mike entschlossen.
Greg blickte ihn verdutzt an. „Ich hab das gleiche Recht wie alle hier zu sein. Wenigstens bin ich danach auch noch da um Becky über dich hinwegzutrösten.“, sagte er mit spöttischer Stimme in die Runde.
Jetzt riss auch Becky der Faden. „Greg, verschwinde!“, sagte sie entschieden.
„Ist ja schon gut, ich setzt mich ans andere Ende des Lokals.“, gab Greg nach.
Er hatte Recht, wenn diese Woche vorbei war, würde Mike wieder aus ihrem Leben verschwinden. „Er hat recht, vielleicht sollte ich besser gehen.“
„Nicht doch. Es tut mir leid, was vorhin passiert ist.“
„Ist schon okay. Bis morgen Becky und feiern Sie schön.“, erwiderte Mike und verabschiedete sich. Er schlüpfte in seine Lederjacke und verließ das Lokal. Draußen bewegte er sich in Richtung Parkplatz und als er bei seinem Fahrzeug angekommen war, blickte er sich vorsichtig und so unauffällig wie möglich um. Er fühlte sich beobachtet. Alle Alarmglocken läuteten in ihm und sein Instinkt warnte ihn vor etwas. Mike setzte sich in seinen Ford Taurus und blickte sich nochmals um. Er hatte ein mulmiges Gefühl und beschloss sich nochmals umzusehen. Er öffnete sein Handschuhfach und holte seine Beretta 92F, Kaliber 9 Millimeter heraus. Er repetierte die Waffe um sicherzugehen, dass sich eine Patrone in der Kammer befand und stieß seine Autotür auf. Langsam stieg er aus dem Fahrzeug und hielt die Waffe hinter seinem Rücken verborgen. Sorgfältig beobachtete er die Umgebung um irgendwelche Unregelmäßigkeiten zu erkennen. Eine kurze Reflexion zog seine Aufmerksamkeit auf eine Stelle, wo eine Menge Bäume und Gebüsche wuchsen. Die perfekte Stelle für einen Angreifer, dachte Mike. Er stieg erneut in sein Fahrzeug und bewegte es vom Parkplatz. Etwas abseits der Stelle, stellte Mike seinen Ford ab, stieg langsam aus und schloss die Tür so leise wie möglich. Er bewegte sich lautlos und unauffällig in Richtung des überwucherten Bereichs. Als er ganz nah war, entdeckte er eine Person, die am Boden lag und einen schwarzen Gegenstand in der Hand hatte. Mike drückte dem Unbekannten die Pistole an die Schläfe und spannte den Hahn. „Keinen Laut, sonst verabschiede ich Sie ins Jenseits.“, drohte Mike und beugte sich zu dem Mann runter. „Wer sind Sie?“, fragte Mike mit leiser und rauer Stimme.
„Shit.“, antwortete der Mann und hatte seine Hand zu seiner Hüfte bewegt, wo Mike eine Waffe vermutete. „Ziehen Sie langsam ihre Waffe“, forderte Mike. Er achtete auf jede Bewegung des Mannes und hatte seinen Finger bereits auf den Abzug gelegt. Erst als er die Waffe erkannte, es handelte sich um Glock 22, klingelten bei ihm die Alarmglocken. „Arbeiten Sie für das FBI?“
„Ich werde nichts sagen.“, erwiderte der Typ.
„Keine Sorge wir stehen auf derselben Seite.“, erwiderte Mike ohne anzugeben um welche Seite es sich handelte.
„Special Agent Bryan Johnson.“, stellte sich der Mann vor und holte langsam seinen Ausweis aus seiner Jacke.
„Dürfte ich erfahren mit wem ich die Ehre habe?“, fragte der Agent und versuchte seinen Peiniger zu identifizieren.
„Special Agent Mike Gaber, FBI Zentrale in Washington.“
„Was tun Sie hier?“, fragte der Agent aufgebracht.
„Ich wurde zu einer Hochzeit eingeladen. Dürfte ich erfahren, was Sie hier machen?“
„Jemanden beobachten. Aber mehr kann ich Ihnen nicht verraten.“
„Handelt es sich dabei um Steve Clark? Hat er was ausgefressen?“
„Wie gesagt, ich kann Ihnen nicht mehr verraten. Und wenn wir wirklich auf der gleichen Seite stehen, dann nehmen Sie jetzt die Waffe von meinem Kopf weg.“
Mike tat wie von ihm verlangt und senkte seine Waffe. Der FBI Typ stand auf und verschwand im Dunkeln.
Vorsichtshalber blickte Gaber sich noch ein letztes Mal um ehe er sich umdrehte, die Waffe wegsteckte und zu seinem Wagen zurückschlenderte. Die restliche Heimreise verlief ohne Probleme.


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2

Montag, 16. Januar 2012, 16:19

Kapitel 2

Im Hotel angekommen traf er auf dem Flur auf die etwas ältere Professorin Audrey Holdway. „Mr. Gaber, schon zurück? Wo ist Becky?“
„Sie ist noch dort und wird vermutlich gerade beim Hochzeitspaar sitzen.“
„Ach herrje, dass arme Ding. Sie kommt wirklich nie zur Ruhe.“
„Was meinen Sie damit?“, wollte Mike etwas genauere Infos haben.
„Nun, vor einem Monat wurde sie Zeugin eines Mordes.“
In diesem Moment wurde Mike klar, dass nicht Steve, sondern Becky überwacht wurde. Er blickte Professor Holdway entgeistert an, ehe er sich umdrehte und zu seinem Wagen sprintete.

Während der Fahrt, hatte er mehrmals versucht Becky auf ihrem Mobiltelefon zu erreichen. Als er nach dem vierten Mal erneut die Mailbox erwischte, wählte er die Nummer von Steve. Nach dem dritten Klingeln meldete sich Steve: „Mike, was gibt’s?“
„Steve, wo ist Becky?“, fragte Mike aufgeregt.
„Keine Ahnung, warte ich frag mal Jennifer.“
Die Sekunden verstrichen und Mike wurde langsam nervös. „Sie hat sie ebenfalls seit einiger Zeit nicht mehr gesehen. Mike was ist los?“, wollte Steve wissen.
Verdammt, schoss es Mike durch den Kopf. „Gut hör mir zu, ein paar Typen suchen nach ihr. Sind dir ein paar Leute aufgefallen die nicht auf der Liste stehen?“
„Nein, eigentlich nicht, aber ich hab auch nicht darauf geachtet.“
Mike achtete nicht auf die Verkehrssicherheit und beschleunigte den Taurus weiter. „Okay, sollten dir doch ein paar Typen auffallen, ruf mich sofort an. Ich bin in etwa drei Minuten bei euch.“, erklärte Mike.
Verdammt, wäre er doch nur dort geblieben, dann wäre sie jetzt nicht verschwunden, machte Mike sich Vorwürfe. Wenn ihr etwas zustoßen würde, das könnte sich Mike nie verzeihen. Er fuhr rücksichtslos bis zum Eingang vor und hielt auf der Promenade an. Er holte seine Beretta aus dem Handschuhfach und stopfte sie sich in den Hosenbund. Dann eilte er ins Restaurant, wo er sofort zu Steve eilte. „Steve, habt ihr Sie gefunden?“
„Nein, Jennifer hat auf der Toilette nachgesehen. Sie ist wie vom Erdboden verschluckt.“
„Keine Sorge, wir werden Sie finden.“, beruhigte Jennifer, den sichtlich nervösen Mike.
Hinter sich hörte er wie Greg sich näherte und ihn erneut zu sich herumdrehte. „He du Versager, was willst du hier?“
Er legte ihm seine schmuddelige Hand auf die Schulter und machte Anstalten, ihm erneut eine zu verpassen. Diesmal jedoch, packte Mike ihn am Handgelenk und verdrehte es, bis Greg in die Knie ging. Mit seiner linken Hand schnappte er sich den Daumen und brach ihn. Greg schrie erschrocken auf. „Du hast nicht zufällig Becky gesehen oder?“, fragte Mike mit drohender Stimme und übte mehr Druck auf das verdrehte Handgelenk sowie auf den gebrochenen Daumen aus, als er keine Antwort erhielt. „Antworte.“, forderte Mike eine Antwort ein.
„Nein, ich hab sie nicht gesehen.“, lallte Greg mit einem enormen Schmerz in der Stimme. Enttäuscht ließ Mike sein Handgelenk los und blickte sich suchend um, ob er vielleicht irgendwelche verdächtigen Personen entdecken konnte. Die geschockten Blicke der Anwesenden interessierten ihn dabei einen Dreck, in diesem Moment war es ihm auch gleichgültig, ob er auffliegen würde. Er wollte Becky nur in Sicherheit wissen, es war ihm egal was er tun musste um dieses Ziel zu erreichen, selbst wenn er vor den Anwesenden jemanden foltern musste. Er richtete seinen geübten Blick gezielt auf besonders unauffällige Personen. Als er bereits die Hoffnung aufgegeben hatte, fiel sein Blick auf einen verdächtig wirkenden Kellner, der sofort verschwand, als er Mike entdeckte. Mike rannte los, er stieß die Tür zur Küche auf und entdeckte sofort den Kellner. Er stand an der Theke und tat so als würde er ein Tablett nehmen. Mike ging zu ihm hinüber und wollte bereits etwas sagen, als der Typ mit dem Tablett ausholte um Mike damit niederzustrecken. Dieser reagierte blitzschnell und blockte den Schlag mit dem rechten Unterarm, während er mit seiner linken Hand, dem Mann am Genick packte und seinen Kopf auf die Theke schlug. Er ließ von seinem Genick ab und schnappte sich stattdessen seine rechte Hand und überdrehte diese, bis der miese Scheißkerl laut stöhnte. „Wo ist Sie? Was habt ihr mit der Frau gemacht?“
Der Kellner sträubte sich und fasste mit seiner freien linken Hand in seine Hosentasche und zog ein Messer. Als er das Klappmesser aufschnappen ließ und damit zustechen wollte, reagierte Mike reflexartig und stieß den Mann zu Boden, trat ihm das Messer aus der Hand und verpasste ihm einen Tritt gegen die Rippen. Ein schmerzhafter Aufschrei war die Folge. „Ich frag, dich nur noch einmal, was habt ihr mit Becky gemacht?“
Der Mann spuckte, als Zeichen des Protests, auf den Boden. Jetzt war Mikes Geduld am Ende.
Nachdem er sich versichert hatte, dass niemand ihn beobachtete, hob er das Messer auf und blickte auf sein Opfer hinab. „Ich hab dich gewarnt.“
Er rammte ihm das Messer in den Oberschenkel und fing an es in der Wunde herumzudrehen.
Der Schrei war markerschütternd. „Sie ist im Obergeschoss.“, erwiderte der Kellner. „Wie viele Typen sind bei ihr?“
Der Mann hob eilig zwei Finger. Mike drehte den Mann auf den Rücken, packte ihn an seinem kahl rasierten Kopf und mit einem harten Schlag beförderte er den Mann ins Land der Träume. Er richtete sich auf, zog seine Beretta und bewegte sich schnellen Schrittes weiter. Auf der linken Seite konnte er ein Treppenhaus entdecken. Er betrat es und nahm immer gleich zwei Stiegen auf einmal als er hocheilte. Als er den ersten Treppenabsatz erreicht hatte, verlangsamte er seine Schrittgeschwindigkeit und hielt die Pistole im Anschlag.
Als er im oberen Geschoss angekommen war, brauchte er ein paar Sekunden um seine Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen. Er konnte einen Gang erkennen, der sich zu seiner linken, als auch zu seiner rechten Seite erstreckte. Langsam erkannte er schemenhaft eine Silhouette am linken Ende des Ganges. „Becky?“, fragte Mike vorsichtig. „Ja, ich bin hier.“
Mike suchte die Umgebung nach potenziellen Angreifern ab, doch er konnte niemanden entdecken, dennoch wusste er, dass hier irgendwo zwei Killer lauerten. Er erkannte nur Beckys Umrisse, doch er glaubte zu erkennen, dass sie ihren Kopf kurz nach links bewegte. Der erfahrene Agent vermutete auf dieser Seite einen Angreifer. Doch wo war der zweite? Mike musste in Erfahrung bringen wo sich der zweite versteckte. „Ist alles in Ordnung?“, fragte Mike, da er etwas Zeit herausholen wollte. „Gehen Sie wieder.“, verlangte Becky von ihm. Er tat so als würde er ihr zustimmen, da er wusste, dass sie gezwungen wurde, dies zu sagen.
„Okay, ich wollte nur nach dem Rechten sehen.“, erwiderte Mike und bewegte sich kurz nach unten um den Eindruck zu erwecken, er würde verschwinden. In Wahrheit drehte er um und bewegte sich auf leisen Sohlen wieder zurück in Richtung Becky. Geduckt und schussbereit, schlich er so leise wie möglich, mit der Beretta in der Hand in ihre Richtung. Adrenalin strömte durch seinen Körper und beschleunigte seinen Puls. Er suchte nach einem dunklen Fleck, von wo aus er mithören konnte, was gesprochen wurde und gleichzeitig um die beiden Typen vors Visier zu bekommen. Dann trat ein schwarzer Schatten vor und packte Becky am Arm. Mike zielte auf den Kopf des Mannes und drückte ab. Ein lauter Knall erfolgte und die Umgebung wurde für den Bruchteil einer Sekunde vom Mündungsfeuer erhellt ehe die Kugel mit 350 m/s in ihr Ziel donnerte. Mike erhob sich und eilte in Richtung Becky, als ein zweiter Mann aus seiner Deckung hervorkam und Becky als lebenden Schutzschild verwendete. Mike hielt abrupt an und spannte den Hahn seiner Waffe, während er sein linkes Auge leicht zukniff um besser zielen zu können.
„Ich töte sie.“, drohte der Typ.
Mike wusste, dass der Typ bluffte, zumindest hoffte er es. „Dann wär sie bereits tot.“, erwiderte Mike gelassen und zielte auf den kleinen Teil von seinem Kopf der sichtbar war. Mike lenkte seine Konzentration auf den kleinen Punkt, ehe er den Abzug betätigte. Die Kugel riss ein hässliches Loch in die Stirn des Mannes, der leblos gegen die Wand geschleudert wurde. Becky zuckte kurz zusammen und verfiel sofort den Tränen. Mike eilte zu ihr und nahm sie in die Arme. Er stützte sie und lehnte sie kurz gegen eine Wand, als er sein Handy zückte und eine Nummer wählte. „Hier ist Special Agent Mike Gaber.“ Mike gab die Adresse durch und bemerkte wie Becky sich auf den Boden setzte und schluchzte. Mike beugte sich zu ihr runter und beruhigte sie: „Alles in Ordnung.“
Sie schmiegte ihren Körper eng an ihn und er legte seine beiden Arme um sie. „Ganz ruhig.“
Sie lehnte ihren Kopf gegen seine Brust und ihre Tränen weichten sein Hemd auf.
Er hörte wie sie unverständliches Zeug murmelte. „Keine Angst, ich lass nicht zu, dass dir was passiert.“
Sein Puls hatte sich bereits wieder beruhigt. Von unten hörte er wie Schritte sich näherten. Er richtete die Waffe, die er noch immer in der linken Hand hielt auf die Stelle, wo in wenigen Sekunden der oder die Unbekannten auftauchten. „Mike? Becky?“, hörte er Steve.
„Hier oben.“, gab Mike sich zu erkennen. Er konnte Steve erkennen und zwei weitere Personen, die er im Schlepptau hatte. „Was ist passiert Mike?“, fragte Steve besorgt.
Mike befand sich nun in einer Zwickmühle, jetzt wurde es Zeit, dass er mit der Wahrheit rauskam. Als Steve die beiden Leichen entdeckte, wurde er käsebleich und stotterte: „Sind … Sind das die Typen, die Becky entführen wollten.“
„Ja, das sind sie.“, erwiderte Mike der noch immer etwas außer Puste war.
„Und hast du …?“
Mike zögerte kurz ehe er mit einem Nicken antwortete.
Steve starrte ihn entgeistert an. „Wer bist du?“
Mike musste seinen Mitmenschen jetzt reinen Wein einschenken. „Ich bin Bundesagent.“
„Du … du hast zwei Menschen getötet, und Greg und den Kellner misshandelt.“, erwiderte Steve und wich zwei Schritte zurück.
Mike hasste es sich rechtfertigen zu müssen, er hasste es schon wenn er getarnt als Berater von Rainfield, in einer Sitzung hörte wie das FBI potenzielle Verdächtige behandelte. Doch diese ganzen Bürokraten wussten nicht wie es in der Welt des Terrors zuging. Mike musste sich immer zusammennehmen um nicht aufzuspringen und all diese karrieregeilen Politiker zurechtzuweisen.
„Ja und zwar um Becky zu retten.“, antwortete Mike eiskalt.
Jennifer und Frank Gates traten hervor. Jennifer sah ihn an, als wäre er ein Monster. Jetzt reichte es ihm, er stand auf und stellte aufgebracht folgende Frage in den Raum: „Was wollt ihr hören?“
„Das es mir leid tut, was ich mit diesen Terroristen gemacht habe?“
Die beiden starrten ihn geschockt an und er setzte fort: „Denn die Wahrheit ist … ich bereue absolut nichts.“ Er schüttelte den Kopf um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. „Um ein Haar hätte es Becky erwischt, wenn ich nicht gewesen wäre. Ich habe nur getan was notwendig war. Ich weiß, für euch bin ich nur ein kaltblütiger Killer, der eure perfekte Welt auf den Kopf stellt. Wisst ihr, auch wenn ihr es nicht laut aussprecht, ihr denkt ich sei ein kaltblütiger Killer ohne Gewissen, der ohne zu zögern Leute tötet. In einem Punkt irrt ihr euch aber, denn ich verhindere mit meinen Handlungen Anschläge. Tag für Tag kämpfen Leute wie ich, für die Sicherheit dieses Landes und sie sind, genauso bereit ihr Leben dafür zu geben, wie ich es bin. Ich habe dem Tod schon oft ins Auge geblickt, und ich bin bereit es wieder zu tun, solange ich weiß, dass ich dadurch das Leben tausender Menschen gerettet habe. Ich erwarte keinen Dank, aber ich erwarte, dass man mir vertraut, wenn ich eine Entscheidung treffe, die das Leben von Tausenden retten kann. Aber wisst ihr was ich bedaure? Ich bedaure, den Tod jedes unschuldigen Menschen, der durch eine falsche Entscheidung sein Leben lassen musste. Ich bedaure, dass ich mein Leben nicht so leben konnte wie ein normaler Mensch. Und wollt ihr wissen was ich am meisten bedaure? Dass die Welt in der wir leben, meine Dienste überhaupt benötigt.“
Gates trat zu ihm hinüber und half Becky auf die Beine. „Miss Summers? Mister Clark und Miss Winston werden Sie hinunter begleiten.“
Jennifer und Steve stützten sie und stiegen mit ihr die Treppe hinab. Steve wandte sich nochmal zu Mike und schüttelte nur den Kopf. „Wollen Sie mich auch verurteilen Mr. Gates?“, rutschte Mike es raus.
Frank Gates atmete hörbar aus. „Wenn ich ehrlich bin, hätte ich genauso gehandelt wie Sie, dass rechtfertigt aber keinesfalls die Tatsache, dass Sie zwei Männer gefoltert haben und zwei weitere getötet haben.“
Mike empfand keine Schuldgefühle, er hatte richtig gehandelt, andernfalls würde vielleicht jetzt Becky als Leiche auf dem Boden liegen. Während sich Gates zum Gehen wandte, rief Mike ihm seine Entschuldigung hinterher: „Wenn ich es nicht getan hätte, dann wäre Becky jetzt vermutlich tot.“
Er stand auf und folgte Gates hinunter zu den anderen Gästen. Dort angekommen, warf man ihm verachtende Blicke zu und murmelte über seinen Kopf hinweg. Mike konnte Becky auf einem Stuhl entdecken und wandte sich zum Gehen. „Danke.“, hörte er Becky sagen. Er wollte eigentlich draußen warten, doch Becky veranlasste ihn zu bleiben.
Mike zog einen Stuhl heran und setzte sich neben Becky. „Hör zu, diese Typen wollten etwas von dir, hab ich recht?“, fragte er sie und streichelte dabei zärtlich ihre linke Hand.
„Mike, es reicht.“, erwiderte Steve, der langsam echt wütend war auf seinen besten Freund.
Becky nickte knapp und brach erneut in Tränen aus. Jetzt kam Mike sich wie ein Idiot vor.
Alle Augen richteten sich auf ihn und Becky. Er hielt sich zurück, da er wusste, dass diese Gäste nicht wussten was auf dem Spiel stand. Diese Typen waren nicht bereit, zu tun was notwendig war, also konnten sie ihn nicht verstehen. „Es tut mir leid. Das wollte ich nicht.“, entschuldigte sich Mike und barg sein Gesicht in den Händen und verurteilte sich selbst für das, was er getan hatte. Er bereute seine Taten keineswegs und würde es wieder tun, wenn die Lage es erforderte. Mike war niemand der grundlos etwas tat, er handelte um Unheil abzuwenden, auch wenn es Opfer forderte, so würde er doch das tun, was seiner Meinung nach am besten war.
„Mike, ist schon in Ordnung, wir verstehen dich.“, beruhigte ihn Jennifer.
Steve blickte ihn entschuldigend an. „Mr. Gaber, ich weiß in etwa, was Sie durchmachen.“, versuchte Gates ihn zu beruhigen und ihm zu zeigen, dass er nicht allein war. „Als ich in Vietnam war, habe ich auch oft gedacht, wenn ich sterbe, möchte ich, dass mein Tod einen Sinn hat.“
Er legte Mike eine Hand auf die Schulter und setzte sich dann neben Mike. „Es tut mir leid, wenn ich dich vorhin etwas schroff niedergemacht habe.“, entschuldigte sich Steve.
Manchmal wünschte Mike, er wäre nie Antiterroragent geworden, dann hätte er jetzt nicht diese Probleme am Hals. Aber dann, wäre Becky jetzt auch nicht mehr am Leben. Doch von nun an war damit Schluss, er würde der Abteilung für Spezialoperationen im Inland den Rücken zukehren und vielleicht hier als Professor anfangen. „Ich habe beobachtet, wie ein Mann namens Ian Walters getötet wurde.“, fing Becky an.
„Was?“, fragte Mike. „Der Typ den ich beobachtet habe, arbeitet für eine Söldnertruppe, sein Name ist Jenson Franks.“
Mike kannte die Einheit von früher. Als er noch beim SAD war und mit der Delta Force zusammengearbeitet hatte, hatte er allerlei Sachen über diese Truppe gehört. Sie schlachteten ganze Dörfer ab, wenn Sie Lust hatten. Diese Typen waren nichts als, bezahlte Killer, die nur aufs Geld schauten und nicht nach dem wen oder was fragten. Sie töteten nicht für ihr Land, sondern für den, der am meisten Geld springen ließ. Franks war der Anführer dieser Gruppe. „Ich denke, ich bring Becky mal besser wieder zurück ins Hotel.“, sagte Mike.
„Haltest du das für eine gute Idee?“, fragte Steve.
„Klar, ich werde die Nacht über bei ihr bleiben, keine Sorge.“, erwiderte Mike mit gelassener Stimme.
„Okay. Ich vertrau dir.“, erwiderte Steve.
Mike half Becky auf und trug sie zu seinem Wagen. Er setzte sie vorsichtig auf den Beifahrersitz, ging danach um den Wagen herum und setzte sich selbst in den Wagen des FBI.

Mike legte Becky vorsichtig in ihr Bett und rückte danach einen Sessel neben dem Bett zurecht, von dem aus er genau die Tür im Auge hatte, und auch das große Fenster überblicken konnte. Er schlüpfte aus seinem Jackett und legte es fein säuberlich zusammengelegt auf die Bank des Zimmers. Dann holte er seine Beretta heraus und warf das leere Magazin aus. Er holte ein weiteres Magazin aus seinem Jackett und rammte es in die Waffe. Er repetierte die Waffe kurz und legte sie auf den Tisch neben sich. Seine Hemdärmeln strickte er bis zum Ellbogen hinauf und ließ sich dann in den Sessel fallen. Er richtete seine wachsamen Augen auf Becky. Die Ärmste hatte schon genug durchgemacht. Zuerst wurde sie Zeuge wie einer der gefährlichsten Söldner einen Mann erschossen hatte. Dann wollte man sie verschleppen und musste mit ansehen wie Mike zwei Menschen tötete. Doch jetzt war sie fürs Erste in Sicherheit. Mike würde nicht zulassen, dass diese Typen sie in ihre Finger bekamen. Das einzige was Mike nicht ganz verstand war, warum wollten die Becky entführen und nicht töten?
Die Antwort auf diese Frage musste bis morgen warten, denn Becky war bereits eingeschlafen. Kein Wunder bei dem ganzen Stress, dem sie heute ausgesetzt war. Für Mike war der Tag eine volle Katastrophe, er wurde als Killer hingestellt und musste sich zusammenreisen um Steve nicht gleich an den Hals springen. Mike wusste nicht in welche Verschwörung er hier verstrickt wurde, doch er wusste, dass er bis zum Ende durchhalten musste um an die Hintermänner ranzukommen. Gleich morgen früh, würde er Eric Rainfield informieren, dass sein Urlaub zu Ende war und dass er alle Informationen über Jenson Franks und Ian Walters benötigte. Er machte das Licht aus und lehnte sich zurück. Er hatte eine lange Nacht vor sich und machte es sich bequem. Wach zu bleiben war für ihn kein Problem, manche Aufträge erforderten 24 Stunden Wachsamkeit. Er dachte über frühere Missionen nach, vor allem als er damals als einziger überlebt hatte. Mike hatte damals mit einer Einheit des SAD den Auftrag einen Waffenhändler zu töten. Mike und seine Einheit drangen in das Gebäude ein, wo sie den Waffenhändler aufspürten und diesen töteten. Danach verließen sie schleunigst, dass Anwesen und gerieten dabei in einen Hinterhalt. Alle starben, nur Mike konnte dank einer kurzen Ablenkung von Dennis, einem der erfahrensten CIA Agenten entkommen. Mike kehrte daraufhin in die Vereinigten Staaten zurück und wurde dort von Eric Rainfield als Held empfangen. Er war damals ein Wrack und wollte eigentlich seinen Job an den Nagel hängen, doch dann holte Rainfield ihn zum FBI. Mike dachte die ganze Nacht darüber nach, wie viel er eigentlich Eric Rainfield verdankte.




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3

Montag, 16. Januar 2012, 16:41

Kapitel 3

Der nächste Morgen war hart. Mike streckte seine müden Glieder und ging in die Küche wo er sich kaltes Wasser ins Gesicht klatschte. Er hatte die ganze Nacht nicht geschlafen und war erledigt. Er hatte zwar immer Reserven, doch die wollte er sich für das Frühstück aufheben. Becky regte sich langsam und setzte sich auf. Sie rieb sich ihre müden Augen und blickte sich im Zimmer um. Sie hatte noch immer ihre Kleidung von gestern Abend an und ihr Makeup war verschmiert. „Guten Morgen.“, begrüßte Mike sie und reichte ihr ein Glas Wasser. Sie ergriff es nahm einen kräftigen Schluck und stellte das Glas auf dem Nachttisch neben dem Bett ab. „Wie fühlst du dich?“, fragte Mike.
„Es geht wieder.“, erwiderte sie.
„Becky, ich muss dir diese Frage stellen, was wollten diese Männer von dir?“
„Ich hab keine Ahnung, sie waren eigentlich recht still, bis du aufgetaucht bist.“, erzählte sie.
Für Mike ergab das keinen Sinn, warum sollten sie sie entführen? Da musste etwas Größeres dahinter stecken, doch Mike wusste nicht was es sein konnte.
Mike lächelte als plötzlich jemand an der Tür klopfte. Mike griff sich seine Waffe und richtete sie auf die Tür, ehe er antwortete: „Wer ist da?“
„Mike? Ich bin’s Steve.“
Im gleichen Moment ließ er die Waffe sinken und ging zur Tür um sie zu öffnen. Steve erschrak, als er Mike in diesem Zustand sah. „Du siehst schrecklich aus. Kommt ihr beiden zum Frühstück? Jennifer und ich haben auf euch gewartet, die anderen Gäste sind bereits wieder auf ihre Zimmer gegangen.“
„Wir sind in fünf Minuten bei euch.“, erwiderte Mike mit erschöpfter Stimme.

Fünf Minuten später fanden sich die beiden auf dem Weg ins Restaurant, wo Jennifer und Steve bereits an einem Tisch saßen und der Kellner bereit stand um ihre Bestellungen aufzunehmen. Becky setzte sich neben Mike, der gegenüber von Steve Platz genommen hatte. Jennifer blickte in Mikes müdes Gesicht und bestellte für ihn einen schwarzen Kaffee. „Mike hast du denn überhaupt nicht geschlafen?“
Mike schüttelte den Kopf und lächelte müde. „Ich musste doch sicherstellen, dass Becky nichts zustößt und ich keine Dummheit begehe. Sonst hätten wir vielleicht in neun Monaten ein Problem.“
Steve und Jennifer konnten sich ein Lachen nicht verkneifen. „Verdammt, wie lange hast du uns eigentlich zum Narren gehalten?“, fragte Steve, nachdem er sich wieder eingekriegt hatte.
„16 Jahre lang.“
Steve atmete hörbar aus. „Du weißt nicht wie glaubhaft, deine Geschichte war. Wir dachten alle du seist irgendein Verkäufer von Technologien.“
Dann kam endlich der Kaffee. Mike tätigte einen kräftigen Schluck und stellte die Tasse, deren halben Inhalt er gerade geleert hatte, wieder auf den Tisch.
„Diese Tarnung wurde mir damals von der CIA verpasst und ich hab sie, auch nachdem ich dort weg war aufrechterhalten. Ich arbeite als Antiterroragent für das FBI.“, erklärte Mike und Erinnerungen kamen in ihm hoch. Er konnte nicht anders und fing an zu schluchzen. Tränen kullerten auf seiner Wange hinunter.
„Mike, was ist los?“, fragte Jennifer.
„Ich hab nie mit jemanden darüber gesprochen, aber es gibt einen Einsatz, der mich verändert hat. Vorher war ich nicht so, ich hatte sogar mal eine Frau.“
„Was ist mit ihr passiert?“
„Sie starb bei den Anschlägen am 11. September 2001, nachdem wir acht Monate verheiratet waren. Danach wurde ich nach Afghanistan beordert, wo mein Team und ich in einen Hinterhalt gerieten. Mein Team starb, ich überlebte nur, dank eines alten Freundes, der das Feuer der Terroristen auf sich lenkte um mir die Flucht zu ermöglichen. Ich irrte vier Tage durch die Wüste und habe sechzehn Terroristen ausgeschaltet. Ich schaffte es über die Grenze und kehrte in die Vereinigten Staaten zurück. Nach diesen zwei Schicksalsschlägen, war ich ein komplett anderer Mensch. Ich zeigte keine Reue mehr, ich habe eine Menge Terroristen getötet und gefoltert und jedes Mal, musste ich an meine Frau und mein Team denken.“, erwiderte Mike mit schwacher Stimme. Eisiges Schweigen herrschte bei den Beteiligten.
„Dann kam ich endlich zum FBI, in die Antiterrorabteilung, das war damals ein harter Umstieg. Man musste sich plötzlich an die Gesetze halten. Aber wenn die Situation es erfordert, tu ich auch was nötig ist um das Leben von unschuldigen Menschen zu beschützen.“
„Aber es muss doch auch Wege ohne Folter oder ohne das Gesetz zu übertreten geben.“, erwiderte Steve.
„Ja? Diese Menschen sind nichts weiter als Verbrecher, sie geben einen Dreck auf die Gesetze. Moral kennen diese Leute nicht. Weißt du was bei einem guten Agenten den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg bedeutet?“
Steve schüttelte den Kopf. „Wie gut er sich anpassen kann. Manchmal muss er bereit sein weiterzugehen, als diese Terroristen es erwarten würden. Ich will damit nicht sagen, dass man als Bundesagent über dem Gesetz steht. Wenn ich für eine bestimmte Mission aktiviert werde, erwartet man von mir vollen Einsatz. Ich muss alles tun, um die Unschuldigen zu beschützen, auch wenn das bedeutet, dass ich über das Gesetz hinaus handle. Ihr fragt euch jetzt bestimmt, warum ich diesen Job noch nicht aufgegeben habe. Nun ich bin bereit mein Land um jeden Preis zu verteidigen. Ich würde mich ohne zu zögern opfern, um die Sicherheit unseres Landes zu garantieren. Pflichtgefühl, das ist es, warum ich noch nicht ausgestiegen bin. Ich bin ein Mann, der nichts mehr zu verlieren hat. Man hat mir alles genommen was ich habe. Ich habe einen hohen Preis bezahlt, und ich bin bereit, mich am Ende meiner Karriere den Konsequenzen meiner Handlungen zu stellen.“
Es herrschte Stille. Sein Gewissen war nun rein und er überließ es nun die anderen was sie von ihm hielten. Er trank seinen Kaffee aus und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Das heiße und starke Getränk hatte ihn gestärkt. Er fühlte sich gleich wieder etwas besser und nicht mehr ganz so erschöpft. Wenn er eines gelernt hatte, dann war es, dass er keinem hier vertrauen durfte. Mike lehnte sich zurück und beobachtete seine Umgebung. „Mike, es tut mir leid, wie ich dich gestern behandelt habe. Ich weiß, du wolltest nur Becky retten. Bitte verzeih uns.“
„Ach, ist doch nichts dabei gewesen.“
„Wie geht’s dir heute Becky?“, fragte Jennifer mit besorgter Miene.
„Es geht, dank Mike hatte ich eine ruhige Nacht.“, erwiderte Becky und sah Mike dankend an.
Steve sah seinen Freund an. Er wusste, dass er richtig gehandelt hatte. Ohne ihn, wäre Becky wirklich verloren gewesen. Steve, konnte all diesen Scheiß nicht. Er war kein Held, er wollte aber auch keiner sein, wenn er hörte, was in Mikes Leben alles schief gegangen war. Mike gähnte herzhaft und rieb sich kurz die Augen. Becky sah ihn entschuldigend an. Es tat ihr leid, dass er die ganze Nacht nicht schlafen konnte, da er auf sie aufpasste. Mike grinste und versuchte so wach wie möglich zu wirken. Er fühlte sich nicht wohl bei dem Gedanken, dass Becky beinahe getötet worden wäre. Er wurde durch seinen Job nicht grad zu einem Sicherheitsfaktor für sie. Doch diese Typen mussten, so schwer es Mike fiel zu glauben, einen Insider haben. Solange dieser seine Hände im Spiel hatte, war Becky keineswegs sicher. Was Mike den anderen nicht erzählt hatte, war, dass er seine Waffe im Hosenbund bei sich trug. Einerseits, glaubte er nicht, dass Becky am Tag gefährdet war, andererseits, hatte er doch seine Bedenken, bezüglich des schwarzen Vans. Er wollte bewaffnet sein, sollte es zu einem erneuten Attentat kommen. Als die vier zu Ende gefrühstückt hatten, standen Sie auf und verschwanden nach oben in ihre Zimmer. Steve und Jennifer stiegen nach oben, Sie hatten das Zimmer neben Becky. Mike verschwand kurz in sein Zimmer und zog sich um. Er schlüpfte in ein frisches blaues Hemd und zog eine schwarze Hose darunter an. Er trug das Hemd lässig, um einerseits die Waffe zu verstecken und um andererseits nicht als Spießer herüberzukommen. Mike wollte gerade in Beckys Zimmer eintreten, als er die große Ansammlung von Menschen vor dem Zimmer von Steve und Jennifer entdeckte. Er ging hinüber und versuchte zu erfahren was los sei. Er hörte Steve schreien, der wild gegen die verschlossene Tür hämmerte. „Lass Sie in Ruhe du Monster.“
Mike drängte sich durch die Menschen und packte Steve an der Schulter. „Was ist los?“
„Jennifers Ex-Freund ist da drinnen. Er hat sich Jennifer geschnappt und mich ausgesperrt.“, erklärte Steve.
Von drinnen drangen die ängstlichen Schreie von Jennifer an die Ohren der Beteiligten. Mike reagierte blitzschnell. „Treten Sie alle zurück.“, befahl Mike energisch. Er holte seine Waffe hervor und entsicherte sie. Dann steckte er sie wieder in den Hosenbund und führte einen Spinkick gegen die Tür aus. Dabei zielte er direkt unter das Schloss und sprengte mit dem Tritt das Türschloss. Die Tür schwang mit einem gewaltigen Schwung nach innen auf und Mike entdeckte sofort den bulligen Typ, der sich als Jennifers Ex entpuppte und ein Messer in der Hand hielt. Er ging mit dem Messer auf Mike los, der den Arm des Mannes abfing, und ein Tritt mit dem Knie, beförderte das Messer aus der Hand des Angreifers. Mike positionierte sich neu und holte mit seinem linken Ellbogen aus, dem er dem Mann auf die Nase krachen ließ, die mit einem hässlichen Knacken brach. Der bullige Typ wurde durch die Wucht des Schlages nach hinten geschleudert und schlug hart auf dem Boden auf. Mike trat auf die Hand des Mannes, um irgendwelche Aktionen zu vermeiden. Dann zog er seine Waffe und richtete sie auf den Typen. „Sie haben gerade einen Bundesagenten attackiert.“, erklärte Mike.
Zehn Minuten später wurde der Mann von der örtlichen Polizei abgeführt.
Als die Lage sich wieder entspannt hatte ging Mike zurück zu Becky, die gerade unter der Dusche stand. Mike setzte sich in den Stuhl, in welchem er die vorangegangene Nacht gesessen hatte. Er schloss die Augen und verfiel in eine Art Trance. Von seinem Körper fiel sämtliche Anspannung ab und die Müdigkeit übermannte ihn. Doch ehe er richtig eingeschlafen war, tupfte Becky ihm auf die Schulter. Erschrocken, hatte er im Reflex nach seiner Waffe gegriffen und den Lauf in Richtung Becky gerichtet. „Tut … tut mir leid.“, erwiderte Becky und hielt schützend die Hände vor ihr Gesicht. Mike sicherte seine Waffe und legte sie auf den Tisch. „Mensch Becky, möchtest du erschossen werden?“, fragte Mike erschrocken und blickte auf ihren Körper, der nur von einem weißen Handtuch bedeckt war. Es klopfte an der Tür und Mike griff erneut nach der Waffe. Er richtete sie auf die Tür und fragte mit rauer Stimme: „Wer ist da?“
„Mike, ich bin es Jennifer.“
Erleichtert ließ Mike die Waffe sinken und öffnete die Tür.
„Ich wollt mich bedanken. Al war schon immer etwas gewalttätig.“
„Das wird er sich jetzt vielleicht zweimal überlegen.“, erwiderte Mike mit einem Grinsen.
„Wie ich sehe, bist du wirklich paranoid.“, erklärte Jennifer und nickte mit dem Kopf in Richtung Waffe.
„Ich bin nur vorsichtig. Gestern soll sich nicht wiederholen.“, antwortete Mike mit fester Stimme.
Er spürte, wie Becky zunehmend nervös wurde. „Becky, ist was nicht in Ordnung?“, fragte Jennifer.
Mike folgte Beckys Blicken und entdeckte eine kurze Reflektion auf dem gegenüberliegenden Dach. Mit einem Mal, entdeckte Mike einen roten Punkt, der sich auf seiner Brust befand. „RUNTER!“, brüllte er und riss Jennifer und Becky mit sich zu Boden. Ein Schuss zerriss die Stille, und die Kugel Kaliber 7,62 durchschlug das Fenster und sauste durchs Zimmer, wo sie schließlich in der Wand, die den Raum von Korridor trennten einschlug. Mike packte Becky und Jennifer an den Händen und brachte sie in das Badezimmer, welches sich zu seiner rechten Befand. Plötzlich stand Steve in der Tür und blickte erschrocken auf Mike. „Steve, geh in Deckung.“, befahl der erfahrene Bundesagent. Steve stand jedoch wie angewurzelt da und starrte auf Mike. Dieser reagierte blitzschnell, legte an und feuerte. Das Geschoss schlug knapp neben Steve ein, der sich erschrocken zu Boden warf. Jennifer brüllte hysterisch herum und verlor die Nerven. Sie sprang auf und rannte los. „Nein.“, rief Mike, der versucht hatte sie aufzuhalten. Er schätzte kurz die Lage ein und eilte ohne zu zögern hinter Jennifer her. Er entdeckte den Punkt des Zielfernrohres auf Jennifers Stirn und überbrückte die letzten Meter mit einem gewagten Sprung. Durch die Wucht, die von seinem muskulösen Körper ausging, wurde Jennifer zu Boden geschleudert. Mike zerrte sie zu Steve hinüber, den er samt Jennifer aus dem Raum brachte. Er eilte zurück und konnte gerade noch rechtzeitig seinen Kopf einziehen, als eine Kugel knapp über seinem Schädel einschlug. Becky saß zusammengekauert hinter der Badezimmertür und blickte Mike hilfesuchend an. Der Agent warf sich zu Boden und robbte eilig zu ihr hinüber. Als er in ihrer Reichweite war, streckte er die Hände nach ihr aus. „Nimm meine Hand.“, erwiderte Mike. Zögernd griff Becky danach, doch als ein paar Schüsse über ihren Köpfen dahinsausten zog sie sie wieder zurück und zog die Knie an. Sie wurde ganz klein und fing an zu schreien. Mike zog seine Waffe und feuerte eine Salve in die Richtung ab, aus der die Schüsse kamen, obwohl Mike, dank seiner Erfahrung, sehr gut wusste, dass diese Maßnahme keinerlei Wirkung hatte, er hoffte jedoch Becky damit etwas mehr Sicherheit zu geben. Das Feuer wurde kurz unterbrochen und Mike schnappte sich Becky und trug sie in seinen starken Armen aus dem Raum. Dabei lief er so schnell er konnte den Korridor entlang, wo er Becky bei Jennifer und Steve ablegte. Mike dachte nach, wie er weiterverfahren sollte, doch Steve überrumpelte ihn. „Wir müssen hier raus.“, brüllte er laut und zog Becky auf die Beine. „Bleibt hier, das ist nur ein Ablenkungsmanöver.“, erwiderte Mike und wollte schon zurück ins Zimmer eilen, wo er seine Beretta verloren hatte, beschloss allerdings, dass er sich notfalls auch mit seinen Fäusten verteidigen konnte. Er eilte hinter Steve und den anderen her, während ihnen auf den Stiegen Frank Gates begegnete. „Mr. Gates auf dem gegenüberliegenden Gebäude lauert ein Heckenschütze, begleiten Sie Steve und passen Sie auf die drei auf.“, erklärte Mike. Er stürmte die Stiegen nach unten und eilte nach draußen. Seine Blicken suchten die Umgebung nach potenziellen Angreifern ab. Nichts zu sehen. Plötzlich kam Mike eine Idee, die wollten sie herauslocken, damit er vor Ihnen die Straße betrat. Die wollten sie im Hotel überwältigen. Michael machte auf dem Absatz kehrt und eilte zurück ins Hotel. Dort fand er Frank Gates bewusstlos auf dem Boden. Er hörte die Proteste von Steve und Jennifer. Mike verlangsamte seine Schrittgeschwindigkeit und suchte hinter einer Tür Deckung. Mit einem Auge spähte er um die Ecke und entdeckte, drei Leute, die Becky, Steve und Jennifer mit Waffengewalt aus dem Hotel brachten. Verdammt, hätte ich doch nur meine Waffe, schoss es Mike durch den Kopf. Schnell blickte er sich um und schnappte sich zwei Messer, die noch vom Frühstücksbuffet stammten. Eines davon musste als Wurfgeschoss herhalten und das andere würde im Nahkampf seinen Zweck erfüllen müssen. Er schlich lautlos hinter den Männern her und stach einen davon mit dem Messer in seiner linken Hand nieder, während die anderen beiden versuchten auf Mike zu feuern, wirbelte dieser herum und mit einem gewaltigen Schwung schleuderte er das zweite Messer auf den Mann zu seiner rechten, wo es in den Hals des Mannes eindrang. Mike sprang auf und blockte den Schlag des zweiten Angreifers ab, während er diesen mit einem Tritt aus dem Gleichgewicht brachte und ihn mit der flachen Hand gegen die Kehle schlug. Nach Luft schnappend ging dieser zu Boden und kämpfte dort mit dem Tod. Der Schlag hatte anscheinend Wirkung gezeigt und den Kehlkopf des Mannes gebrochen. Jennifer und Becky fingen beide an zu schluchzen und wurden von Steve beruhigt. Mike ging auf die Knie und raunte zu dem Sterbenden: „Wer hat euch geschickt?“
Der Mann brachte noch ein paar letzte Worte heraus: „Du kannst mich mal.“
Dann bäumte sich sein Körper wild zuckend auf und wurde mit einem Schlag ganz schlaff. Die Augen des Mannes weiteten sich und er hatte den Mund weit aufgerissen. Mike stand enttäuscht auf und warf zornig einen Tisch um, während er fluchte: „So ein verdammter Mist.“
Er hob die Waffe des Mannes auf und kontrollierte sie. Es war eine Taurus Millenium Pro PT111 9 Millimeter mit 10 Patronen im Magazin, sowie einer im Lauf. Verdammt, diese Typen waren Profikiller die wirklich alles versuchten um ihren Auftrag zu Ende zu bringen. Dafür wurden Sie ja schließlich bezahlt. Mike hatte beinahe versagt, doch er musste jetzt unbedingt mit Eric Rainfield sprechen und Informationen über diese Typen beziehen, doch jetzt musste er sich erst um Steve, Jennifer und Becky kümmern. „Hey, es ist alles okay, seht ihr, die Typen sind tot. Die werden euch nichts mehr tun.“
Eine Stunde später, war das FBI hier. Sie stellten Leute vor und im Hotel auf um für die Sicherheit der Leute zu garantieren. Mike wurde dabei von dem leitenden Agenten Bryan Johnson hinzugezogen. „Ich muss Ihnen sagen, ich bin beeindruckt. Für einen FBI Agenten können Sie ziemlich gut kämpfen.“, lobte Bryan Johnson den Mann, der ihm vor nicht mal 18 Stunden eine Waffe an den Kopf gehalten hatte.
„Ich war früher bei einer anderen Spezialeinheit.“, erklärte Mike mit angespannter Stimme.
„Delta Force, Navy SEAL Team 6?“, mutmaßte der Agent, obwohl er wusste, das Mike nie mit der Antwort rausrücken würde.
„So etwas in der Art.“
„Ich verstehe.“, erwiderte der Special Agent.
„Ich werde mal nach Becky sehen.“, beendete Mike das Gespräch und drehte sich um. Er eilte die Treppen nach oben und fand Becky schließlich vor ihrem Zimmer. Sie blickte erschrocken nach drinnen und traute sich kaum einen Fuß in das Zimmer zu setzen. „Du kannst bei mir schlafen.“, sprach Mike sie an und deutete auf die Tür gleich neben ihrem Zimmer. „Ich schlaf auf der Couch.“, erklärte Mike und sperrte die Zimmertür für sie auf. Sie nickte dankend und setzte sich auf das Sofa. Sie hatte immer noch das Handtuch umgeschlungen und zitterte. „Warte, ich hol dir ein paar Sachen aus deinem Zimmer.“, sagte Mike und eilte aus dem Raum. Drüben schnappte er sich alles was sie zum Anziehen brauchte und ging zurück in sein Zimmer, wo er Becky die Sachen hinlegte und in die Küche verschwand. Er lehnte sich gegen die Arbeitsplatte und dachte fieberhaft darüber nach wie er mit diesen Typen fertig werden sollte.
Ehe er sich weiter Gedanken darüber machen konnte, hörte er von draußen ein Schluchzen. Mike ging vorsichtig ins Wohnzimmer und fand Becky, die weinend auf dem Boden saß. Sie trug nur eine Jeans und einen BH. „Ganz ruhig.“
Mike setzte sich neben sie und nahm sie in die Arme. Für Mike war solch eine Bedrohung Alltag, doch für eine Professorin an einer Universität, waren diese Ereignisse schrecklich. Er wusste nicht recht, wie er sie beruhigen konnte und so zog er seine Waffe und legte sie auf den Boden neben sich. „He, es ist doch nichts Schlimmes passiert. Ich hab dir doch versprochen, dass ich nicht zulasse, dass dir etwas passiert.“
Er lächelte und blickte zur Tür. Dort standen Steve und Jennifer. Sie standen Hand in Hand und blickten zu Mike, der sich um Becky kümmerte. „Was … was ist so witzig?“, fragte Becky mit leiser Stimme.
„Wenn du willst, kannst du eine Schusssichere Weste haben, ich hab eine im Kofferraum.“, erklärte Mike scherzhaft und hoffte Becky damit ein bisschen zu ermutigen. Er griff nach dem Shirt von Becky und reichte es ihr. Dann stand er kurz auf und ging zu Steve und Jennifer. „Die FBI Agenten kümmern sich jetzt um die Sicherheit von euch und Becky. Ich werde versuchen, diese Typen aufzuhalten, aber dazu muss ich euch in Sicherheit wissen.“
„Mike, wir wollten dir danken, du hast uns gerettet und Becky gleich zum zweiten Mal.“
„Kein Ding, ich bitte euch nur, habt ein Auge auf Becky, ihr seid jetzt sicher. Keine Angst, ich werde diese Typen finden.“
„Was hast du jetzt vor?“, fragte Steve leicht nervös.
„Ich werde nochmal mit dem Kellner reden.“
„Reden, oder auch foltern?“
„Je nachdem wie weit er bereit ist zu kooperieren.“, erwiderte Mike mit ernstem Blick.

Fortsetzung folgt ...



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4

Montag, 16. Januar 2012, 16:43

Kapitel 4

Maik stieg die Treppen der FBI Zentrale in Massachusetts rauf, welche er bis in den fünften Stock verfolgte. Dort angekommen wartete bereits eine ältere Dame auf ihn, anscheinend die Sekretärin von Liam Thorn. „Ihr Boss erwartet mich.“, überging Mike die Begrüßung.
Die Frau erhob sich und klopfte an die Tür. „Sir, Ihr Gast ist da.“
Sie öffnete sie und zeigte Mike an, dass er in das Büro gehen konnte.
„Mr. Gaber, ich habe eben einen Anruf von Eric Rainfield erhalten. Ich soll Sie in allen Belangen unterstützen.“
„Mr. Thorn, es ist mir eine Ehre mit Ihnen zusammenzuarbeiten, ich habe schon viel über Sie gehört.“
„Das Kompliment kann ich nur erwidern. Ich kenne Ihre Akte, aber mich würde interessieren, was haben Sie gemacht, bevor Sie zum FBI kamen?“
„Das unterliegt strengster Geheimhaltung.“, erklärte Mike.
„Ah, verstanden.“
„So, der Kellner aus dem Restaurant.“
„Ah unser John Doe. Er verrät uns nicht wie er heißt, noch was er eigentlich von Beruf ist.“
„Lassen Sie mich mit ihm sprechen, dann haben Sie in ein paar Minuten seinen Namen und was er dort gemacht hat.“, erklärte Mike entschlossen.
„Viel Spaß.“
Mike verließ ohne ein weiteres Wort das Büro und stieg die Treppen runter ins Erdgeschoss, wo die einzelnen Verhörräume waren. Ein Wärter erwartete ihn bereits und öffnete die Tür. Dann kam er in einen Kontrollraum. „Tragen Sie eine Waffe?“, fragte der Wärter in neutralem Ton.
„Ja.“, antwortete Mike.
Der Mann streckte die Hand aus und verlangte die Waffe.
Mike zog seine Beretta und drückte sie ihm in die Hand.
„Viel Glück.“, wünschte der Wärter, als er ihn in den Raum eintreten ließ.

Mike trat langsam und bedächtig in den spärlich beleuchteten Raum. Mike versuchte im Dunkeln zu bleiben um nicht gleich von dem schmierigen Typen erkannt zu werden. „Was soll das?“, fragte der Typ in einem arroganten und überlegenen Ton.
Mike wollte seine Vorteile ausnutzen, er würde sofort reden, wenn er ihn nur sehen würde. „Oh ich hab Angst.“, witzelte der Typ.
Deine Witze werden dir gleich im Hals stecken bleiben, dachte Mike zufrieden. „Wer sind Sie? Ein Butler? Wenn Sie ein Butler sind, bekomm ich ein saftiges Schweinesteak, medium und ein Bier bitte.“, sprach der Kellner und grinste.
Mike trat einen weiteren Schritt nach vorn. Jetzt waren bereits seine Beine und ein Teil seines Oberkörpers zu sehen. „Wecken Sie mich, wenn Sie eingetreten sind.“
Der Mann schloss die Augen und tat so als würde er schnarchen. In diesem Moment trat Mike lautlos an ihn heran und schlug ihm so fest er nur konnte auf den Verband, unter dem die Stichverletzung lag. Der Typ riss sogleich die Augen auf und stieß einen lauten Schmerzensschrei aus. Er blickte in Mikes Augen und erstarrte sogleich. „Nein … nicht Sie.“
Mike baute sich vor dem Typen auf. „Was wolltet ihr von der Frau?“, fragte Mike mit gefühlsloser und kalter Stimme.
„Welche … welche Frau?“, stellte der Typ sich dumm. Mike kannte dieses Spiel, doch es würde bei ihm nicht nutzen. Er schob den Tisch etwas beiseite und schlug mehrfach auf die Verletzung des Mannes, welche wieder zu Bluten begonnen hatte. Der Mann schrie auf und versuchte sich gegen Mike zu wehren, doch seine gefesselten Hände verhinderten diese Tat. „Was wolltet ihr von der Frau?“, stellte Mike die Frage erneut.
Der Mann biss die Zähne zusammen. „Die töten mich.“, erwiderte der Mann.
„Oh glauben Sie mir, wenn dieser Frau etwas zustößt, dann sind die ihr geringstes Problem, denn dann werde ich Sie umbringen.“, erklärte Mike.
„Ich frag nicht nochmal, was wollten Sie und Ihre Freunde, die ich übrigens getötet habe, von der Frau?“
„Wir sollten Sie betäuben und danach an einen Ort bringen, den wir über SMS zugeschickt bekommen.“
„Wohin solltet ihr sie bringen?“, führte Mike die Befragung fort.
„Wir haben die SMS von unserem Auftraggeber nicht erhalten, da Sie uns in die Quere gekommen sind.“
„Wer ist Ihr Auftraggeber?“, fragte Mike.
„Keine Ahnung, es wurden keine Namen genannt.“, erwiderte der Gefangene mit schmerzverzogener Stimme.
Mike brachte dies überhaupt keine logische Erklärung. Warum wollten die Becky entführen?
Doch ehe er sich weiter mit diesem Gedanken beschäftigen konnte, klingelte sein Handy und riss ihn aus seinen Gedanken.
Mike ging ran und hörte Steve betteln. „Nein, bitte tun Sie ihr nichts.“
„Steve?“, fragte Mike ungläubig, da er seinen eigenen Ohren nicht trauen wollte.
„Tut … tut mir leid Gaber.“, krächzte Johnson in das Telefon.
Plötzlich ertönte ein Zischen und das Krächzen des Agenten verstummte. Mike bekam all dies über das Handy mit. Mike eilte aus dem Raum und holte sich bei dem Wärter die Beretta.
Er hörte wie jemand das Handy vom Boden aufhob und an sein Ohr hielt. Mike hörte das Atmen der Person und wartete ein paar Sekunden.
„Wer ist da?“, fragte Mike, während er zu seinem Ford Taurus eilte.
„Das spielt keine Rolle, wir haben Ihre Freunde.“, antwortete der Unbekannte mit zufriedener Stimme.
„Lassen Sie sie frei.“, forderte Mike.
„Sonst was?“, fragte der Typ amüsiert.
Mike beruhigte sich und fing erneut an: „Wenn Sie meine Freunde freilassen, werde ich Sie nicht jagen. Aber wenn nicht, werde ich Sie jagen, ich werde Sie aufspüren und ich werde Sie töten.“
„Ich freu mich drauf.“, erwiderte der Mann am anderen Ende der Leitung und zerstörte das Handy.
Mike schwang sich hinters Steuer und ließ den Wagen vom Parkplatz vor dem unauffälligen Gebäude des FBIs rollen. Auf offener Straße schaltete er auf „D“ und trat das Gaspedal durch. Die Reifen quietschten und der Wagen beschleunigte.

Fünfzehn Minuten später stellte Mike den Wagen etwas abseits des Hotels ab. Er stieg aus und sprintete die letzten hundert Meter bis zum Personaleingang, der sich auf der südöstlichen Seite des Gebäudes befand. Er stieß vorsichtig, aber dennoch schnell die Tür auf und trat mit der Beretta im Anschlag, in einen langen spärlich beleuchteten Gang. Dieser führte bis in die Küche, sowie in die Umkleideräume, wo sich das Personal in die Arbeitsuniform zwängte. Mike deutete den Männern und Frauen, die alle den Agenten verdutzt ansahen, sich umzudrehen und so zu tun als sei alles normal. Dabei war diese Situation alles andere als normal, denn irgendwo im Gebäude wartete vermutlich ein Killerkommando auf sein Eintreffen. Mike schritt den Gang entlang und ging durch eine Tür, die ihn in die Küche führte. Seine Waffe hielt er geschickt hinter seinem Rücken versteckt und blickte sich vorsichtig um. Als er sich sicher war, dass niemand von den Angestellten ihm ein Messer in den Rücken rammen würde, schritt er durch die Tür hinaus in den groß angelegten Speisesaal. Nichts Ungewöhnliches zu sehen. Mike eilte hoch in den vierten Stock. Er entdeckte zwei tote Agenten auf dem Flur. Mike wettete, dass die Typen die den Eingang überwachten ebenfalls tot waren. Vorsichtig stieß er die Tür zu seinem Zimmer auf. Johnson lag auf dem Boden, sein Oberkörper wurde von mindestens vier Kugeln durchsiebt. Doch daran war er nicht gestorben. Die Todesursache war ein einzelner Schuss, der sein linkes Auge durchbohrt hatte und sein Gehirn in eine blutige Masse verwandelt hatte, die sich auf dem roten Teppich verteilt hatte. Mike sah sich im Zimmer um und entdeckte Spuren eines wilden Kampfes. Das hölzerne Gestell des Couchtisches war umgeworfen und die als Tischplatte verwendete Glasplatte war in tausend Scherben zerbrochen. Mike entdeckte außerdem Einschüsse in der Wand, die sich auf dem Flur, gegenüber der Eingangstür befand. Er blickte sich suchend um, doch er entdeckte nirgends die Glock von Special Agent Bryan Johnson. Entweder wurde sie ihm abgenommen, oder der Mann hatte bis zu seinem Tod gekämpft. Für Mike war die Sache so abgelaufen. Die Typen waren auf jeden Fall zu zweit, am ehesten zu viert. Zwei kümmerten sich um die FBI Agenten, die am Haupteingang postiert waren, während die restlichen beiden nach oben gingen und dort die FBI Agenten vor der Tür ausschalteten. Das ganze lief blitzschnell und lautlos über die Bühne. Dann stießen Sie die Tür zu Beckys Zimmer auf, doch dort befand sich niemand, kein Wunder, denn Sie war ja schließlich zu Mike ins Zimmer gezogen. Dummerweise verriet der zweite FBI Agent, der tot vor Mikes Zimmertür lag, wo die Typen noch suchen konnten. Die Männer wurden schließlich fündig, doch rechneten Sie nicht mit Steve und Jennifer, sowie Bryan Johnson, der vermutlich mehrmals auf die Täter feuerte, letzten Endes jedoch von mehreren Kugeln durchsiebt wurde. Er hielt die Waffe weiterhin in der Hand und feuerte wild weiter, bis ihm einer der Männer die Waffe aus der Hand trat. Die Typen schnappten sich Jennifer, Becky und Steve und machten Sie irgendwie kampfunfähig, vermutlich durch Betäubungsspritzen. Währenddessen alarmierte Johnson mit letzter Kraft Mike über sein Handy, wurde dabei allerdings von einem der Typen ertappt und erschossen. Drei Typen trugen Mikes Freunde nach draußen, wo vermutlich ein schwarzer Van, vermutlich sogar der gleiche wie der, den Mike bereits mehrmals gesehen hatte, bereitstand. Dort wurden seine Freunde eingeladen und weggebracht.
Für Mike war jetzt klar, dass er nicht viel Zeit hatte um seine Freunde zu retten, denn diese Typen schreckten auch nicht vor Mord zurück und wenn die schon Bundesagenten töteten, was hielt Sie dann davon ab nicht auch Steve und Jennifer zu liquidieren. Er hatte versagt. Seine Freunde wurden entführt, seine Kollegen wurden getötet und er konnte nichts dagegen unternehmen. Frust machte sich in ihm breit und er dachte ernsthaft darüber nach, gleich an Ort und Stelle Eric Rainfield anzurufen und einen anderen für diese Aufgabe schicken sollte. Doch seine Freunde brauchten ihn in diesem Moment dringender denn je. Er war nicht umsonst einer der besten Agenten, die das FBI jemals hatte und der musste er auch sein, wenn er seine Freunde wieder haben wollte.
Allerdings würde er einen alten Freund kontaktieren, jemand der ihm noch einen Gefallen schuldete. Mike rief seine Kontakte auf und wählte eine ganz spezielle Nummer.

Fünfzehn Minuten später saß Mike Gaber in einem unauffälligen Restaurant und studierte dort auffällig genau die Speisekarte. Er hielt sein Gesicht im Verborgenen und hatte einen Platz gewählt, von dem aus er das gesamte Lokal überblicken konnte. Nach drei endlos scheinenden Minuten tauchte endlich die Person auf, die Mike seit über fünf Jahren nicht mehr gesehen hatte. Er hielt sich weiterhin hinter der Karte versteckt und sagte, als der Mann ihn passierte: „Sie werden unvorsichtig.“
Überrumpelt blieb der riesige Typ stehen und drehte sich zu dem Mann hin, der einmal für ihn gearbeitet hatte. „Und Sie sind noch immer so paranoid wie früher.“
„Ich bin nur vorsichtig. Nehmen Sie Platz.“, forderte Mike von der Person.
Der Mann schob den Stuhl bedächtig nach hinten und nahm Platz.
„Mir wäre lieber gewesen Sie hätten einen Tisch gewählt an dem zwei Plätze nebeneinander vorhanden waren.“, erwiderte der Typ.
„Ich bin ja bei Ihnen, also machen Sie sich nicht ins Hemd.“
„Na schön, hier bin ich um meine Schulden zu bezahlen.“, erklärte der Mann.
„Das mag ich so an Ihnen Tom. Sie bezahlen Ihre Schulden immer zuverlässig.“
„Was brauchen Sie?“, fragte der Direktor der CIA verärgert.
„Nicht so schnell. Ich wurde vor vier Tagen zu der Hochzeit eines guten Freundes eingeladen. Dort habe ich eine Frau kennengelernt, die vom FBI überwacht wird. In meinem Beisein wurden mehrere Versuche unternommen diese Frau zu kidnappen. Vor nicht mal einer Stunde wurden Sie und das Brautpaar entführt, von einer Söldnergruppe die von Jenson Franks angeführt wird. Franks hat einen Mann namens Ian Walters getötet. Wir haben leider keine Kenntnis über diesen Mann, aber ich würde drei Monatsgehälter darauf verwetten, dass Sie eine Akte über diesen Mann haben.“
„Und diese Akte möchten Sie haben?“
„Und eine neue Identität. Ich muss mit den Hintermännern in Kontakt kommen.“, fügte Mike noch hinzu.
„Und Sie wissen wer hinter Franks steht?“
„Nein, aber Sie werden mir die Namen nennen.“, erklärte Mike.
Der CIA Mann stieß ein gequältes Seufzen aus. „Sie sind verrückt. Selbst wenn ich könnte, warum sollte ich Sie miteinbeziehen?“
„Miteinbeziehen? Miteinbeziehen in was?“, stichelte Mike weiter.
„Ich kann Ihnen nichts verraten.“
„Führen Sie eine Operation im Inland durch?“
Er stieß auf eisiges Schweigen. „Sie schulden es mir.“, erklärte Mike.
Tom kämpfte mit sich selbst. Mike blieb dieser Kampf nicht verborgen und er setzte ein siegessicheres Lächeln auf. „In einer Stunde haben Sie alles. Nur das wir uns verstehen, für diesen Auftrag arbeiten Sie wieder für mich.“
„Selbstverständlich und vielen Dank Tom.“
„Jetzt sind wir quitt.“, stellte Tom mit ärgerlicher Miene fest.
„Ja das sind wir.“, bestätigte Gaber.

Wie angekündigt war eine Stunde später am Empfang ein Aktenkoffer für Mike abgegeben worden. Er wurde mittels einer verschlüsselten Nachricht verständigt und darüber informiert, dass der Koffer für einen bestimmten Elijah Cooper abgegeben wurde. Mike ging zur Rezeption und fragte die Dame am Empfang, eine in Mikes Augen süße Blondine, die ihre langen Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden trug nachdem Koffer. Die Dame übergab ihm das Ding mit einem koketten Lächeln. Mike verlor für einen Augenblick die Konzentration und starrte in ihr perfekt gestyltes Gesicht. Als ein älterer Herr an den Schalter kam und sie diesen in Empfang nahm, war Mike wieder in der Realität. Er verabschiedete sich und drehte sich nochmals zu der atemberaubenden Schönheit um. Oben musste er über seine eigene Dummheit lachen. Er ging in seine neue Suite, die die CIA für ihn gebucht hatte und versperrte die Tür, nachdem er eingetreten war. Er öffnete den Koffer und fand einen amerikanischen Diplomatenpass, einen Führerschein aus Iowa, die beide auf den Namen Elijah Cooper ausgestellt waren, zwei Akten sowie eine Walther P99c, die aufgrund ihrer kompakten Größe von nur 168 Millimeter gerne von Agenten für verdeckte Operationen verwendet wurde. Er holte die beiden Akten hervor und legte sie sorgfältig auf den Couchtisch vor sich hin. Er zückte den Führerschein und ließ ihn in einem beigelegten Etui verschwinden, welches er sogleich in seinen maßgeschneiderten Leinenanzug stopfte. Er öffnete ein weiteres Fach des Koffers und fand einen Autoschlüssel der Marke Cadillac vor. Außerdem lag daneben die Zulassung, aus der Mike erfuhr, dass es sich bei dem Gefährt um einen Cadillac Escalade EXT handelte. Die CIA sorgt immer gut für ihre Agenten. Es wurde so gut wie nichts außer Acht gelassen, deshalb vermisste er seinen alten Job auch ein wenig. Er atmete tief ein und aus, sein letzter Undercovereinsatz lag bereits sechs Jahre zurück. In seinem letzten Jahr bei der CIA übernahm er nur noch Auftragsmorde. Für diesen Zweck war keine verdeckte Arbeit notwendig. Als er in seine neue Identität geschlüpft war, setzte er sich auf die Couch und nahm die erste Akte in die Hand. Er öffnete sie und fand darin eine Einladung eines europäischen Waffenhändlers sowie ein Flugticket nach Los Angeles vor. Baptiste Choussard, mit dem Mike früher als Elijah Cooper Geschäfte machte, als Gast bei der Einweihungsparty seines neuen Hauses in Los Angeles. Es wurden 200 Gäste erwartet, von denen Mike erwartete, dass alle ihre Leibwächter dabei hatten. Laut seiner Tarnung war er ein amerikanischer Käufer mit Spitznamen „Knifekiller“, der sich auf Waffenkäufe spezialisiert hatte und gleichzeitig eigene Waffen (Großteils Messer) erzeugte und verkaufte. Das traf sich gut, denn Mike’s Meisterdisziplin war der Messerkampf. Er war zwar gut im Nahkampf, aber mit dem Messer war er unschlagbar. Er legte die Einladung zur Seite und fand ein Dossier über Jean-Pierre Choussard, dessen Vater, Baptiste Choussard, ein einflussreicher Verbrecher war. Er war das eigentliche Ziel der Operation. Die CIA verlangte von Mike die Liquidierung von Vater und Sohn. Für Mike war dies jedoch Nebensache, sein Hauptziel bestand darin, seine Freunde zu befreien, wobei die Tötung der beiden Verbrecher schon miteinbegriffen war. Er würde keinen verschonen, der zwischen ihm und seinen Freunden stand und dazu zählten auch die Choussards. Er las aufmerksam die Lebensgeschichte von Jean-Pierre und seinem Vater, und stellte fest, wie sehr sich der alte Baptiste doch verändert hatte und machte sich ein neues Bild über die Situation. Die CIA bestätigte, dass Steve, Jennifer und Becky in einer Privatmaschine nach Los Angeles gebracht wurden. Also neue Sachlage. Seine Freunde wurden vom Hotel zu einem privaten Flugplatz geschafft, von wo aus sie mit einem Privatjet nach Los Angeles geflogen wurden. Mike’s Flug ging in 2 Stunden. Bis dahin musste er seine neue Identität perfekt draufhaben, andernfalls würde es eine ziemlich hässliche Auseinandersetzung mit gut drei Dutzend Leibwächtern geben und auf die konnte Mike sehr gut verzichten. Er war wieder auf sich allein gestellt. Er hatte keine Rückendeckung, weder von der Regierung noch von seinem Vorgesetzten Eric Rainfield, noch von Tom Francis, aber das spielte für Mike keine Rolle, denn er war es gewohnt ohne Rückendeckung zu operieren, schließlich war er auch 11 Jahre bei der CIA ohne Deckung ausgekommen. Er legte die Akte von den beiden Choussards zur Seite und griff sich die Akte mit einem kompletten Lebenslauf über Elijah Cooper, der Mann der vor 9 Jahren von der Bildfläche verschwand:

Elijah Cooper ging als Kind sehr gerne mit seinem Vater jagen und beherrscht seit dieser Zeit den unbewaffneten Kampf sowie den Messerkampf, welchen er bei den SEALs perfektioniert hatte. Er verließ die Navy 1999 und stieg in das illegale Waffengeschäft ein. Vorher verkaufte er Schusswaffen, doch aufgrund seiner hervorragenden Kampfkenntnisse, stellte er schnell eigene hochqualitative Messer her, welche er auf dem internationalen Markt verkauft.

2002 wurde er bei einem illegalen Deal festgenommen und zu drei Jahren Haft verurteilt. Nach dieser Haftstrafe wurde er wieder freigelassen und ist seitdem untergetaucht. Es wird vermutet, dass er weiterhin seine alten Kontakte zur Unterwelt pflegt und neue Bekanntschaften im Gefängnis gemacht hat. Er hat sonst keine weiteren Verwandten oder Familie.

Mike lernte die neuen Fakten über sein altes Alias und übte ein wenig vor dem Spiegel um seiner Geschichte einen realen Touch zu geben. Als er seine Rolle perfekt beherrschte, schnappte er sich den Aktenkoffer und holte die Genehmigung für die Waffe hervor, damit er mit ihr durch die Flughafenkontrolle kam. Er stopfte sie in seine Jackentasche und verschloss den Aktenkoffer. Jetzt war es an der Zeit die Akten zu vernichten. Er machte ein kleines Feuer im Kamin und warf die Akten hinein. Während er zusah wie das Papier langsam Feuer fing, holte er den Reisepass aus dem Koffer und steckte ihn in die Innentasche seiner Lederjacke. Danach schlüpfte er in das Sakko, darüber die Lederjacke und verließ samt Aktenkoffer die Suite. Er schlenderte den Gang entlang und versuchte den Gästen auszuweichen. Dummerweise überraschte ihn Jennifers Vater auf dem Flur und so aufgebracht wie er war, verhieß dies nichts Gutes für Mike. „Mr. Gaber, wo sind Jennifer und Steve? Ich suche bereits seit zwei Stunden nach den Beiden.“
„Ich habe keine Ahnung, ich gehe der Sache gerade nach.“, log Mike, der genau wusste, wo die beiden sich befanden.
„Wo sind überhaupt diese FBI Agenten? Die habe ich auch schon seit über einer Stunde nicht gesehen.“
„Sir, bitte bleiben Sie ruhig, Ihrer Tochter geht’s bestimmt gut, die Agenten werden gut auf sie und Steve Acht geben.“
Mr. Winston schnaubte laut und ging in sein Zimmer.
Das war knapp, dachte Mike und ging eilig weiter, in der Hoffnung nicht noch einem Gast von der Hochzeit zu begegnen. Er nahm sich ein Taxi, welches ihn zum Flughafen brachte. Auf der Fahrt ging Mike nochmals in Gedanken seine neue Identität durch und hoffte, dass alles gut gehen würde.

17 Stunden und 30 Minuten später befand sich Mike auf dem Weg in sein neues Quartier, ein fünf Sterne Hotel im Zentrum von Los Angeles. Der Cadillac stand bereits am Flughafen bereit und Mike fuhr gelassen und vorausschauend vor den riesigen Hotelkomplex. Dort stieg er aus und drückte einem Pagen 100 Dollar Trinkgeld in die Hand, damit er sich gut um den Wagen kümmerte.
Dann schritt er weiter durch die prunkvoll verzierte Eingangshalle und lag an der Rezeption seinen Reisepass auf den Tresen, sowie seine Reservierungsbestätigung. „Willkommen im Trivage Hotel Mr. Cooper.“
„Danke.“, erwiderte Mike und schnappte sich seinen Aktenkoffer, sowie den Trolli. Er überließ sein Gepäck nicht gerne Fremden und schon gar nicht einem Hotelpagen.
Er stieg in den Aufzug und fuhr nach oben in die zwölfte Etage, wo noch nicht allzu viel los war. Die meisten saßen vermutlich gerade in Restaurants und speisten zu Abend. Er zog die Schlüsselkarte, die er vorhin vom Pagen überreicht bekam und schloss damit die Zimmertür auf. Er trat ein und noch ehe er den Koffer abstellen konnte, spürte er wie ihm jemand eine Waffe an den Hinterkopf hielt. „Stellen Sie den Aktenkoffer langsam ab.“, raunte der Unbekannte.
Mike entdeckte eine weitere Person, die vor ihn trat und seinen Reisepass aus der Tasche zog. Mike ließ die Prozedur über sich ergehen und hörte wie der Typ hinter ihm den Hahn der Waffe spannte. „Wisst ihr Leute, wenn ihr einen Unbekannten in eure Gewalt bringen wollt, dürft ihr nie zu nah an ihm dran sein.“, erklärte Mike gelassen.
„Danke für den Tipp du Großmaul.“
„Nein ehrlich jetzt, sonst könnte euch das passieren …“, erwiderte Mike und zog blitzschnell den Kopf zur Seite, als ein leises Zischen ertönte und die Kugel an ihm vorbeischoss und stattdessen, den anderen in die Schulter traf, der sogleich rücklings zu Boden geschleudert wurde. Mike rammte seinem Komplizen den linken Ellbogen in den Bauch und drehte sich um, um nach der Waffe zu greifen. Er erwischte die Hand mit der schallgedämpften H&K USP Tactical darin und zog den gesamten Arm etwas näher zu sich ran. Dann führte Mike eine blitzschnelle 90 Grad Drehung aus und schleuderte so den bulligen Schrank zu Boden. Jetzt hatte Mike die volle Kontrolle über die Hand und griff mit seiner rechten Hand nach der Waffe, die er dem Typen entriss und sogleich auf seinen Kopf richtete. „Habt ihr gesehen? Also wer hat euch Armleuchter geschickt?“
„Monsieur Choussard. Wir sollten Sie zu ihm bringen, damit er Sie persönlich trifft.“
„Na dann los, hoch mit euch.“, erwiderte Mike und behielt die beiden Amateure gut im Auge.
Die beiden hievten sich hoch und Mike ließ ihnen den Vortritt aus dem Hotel.

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Dienstag, 17. Januar 2012, 09:01

Kapitel 5

Er verfrachtete sein Hinterteil auf die Rückbank hinter den Beifahrer des Jeep Grand Cherokees, mit dem die beiden Typen angekommen waren und hielt die Waffe auf seinen Vordermann gerichtet. „Wenn Sie irgendetwas Dummes versuchen, jag ich Ihrem Kumpel eine Kugel ins Genick.“, erklärte Mike, als sie losfuhren. Mit einem stummen Nicken gaben ihm die beiden Männer zu verstehen, dass Sie die Meldung angekommen war.

Die Fahrt dauerte eine halbe Stunde. Der Verkehr war zu dieser späten Stunde zum Glück nicht ganz so schlimm und so hatten die drei, die Stadt schnell hinter sich gelassen und waren in ein Villenviertel gekommen, welches direkt an einem Fluss lag. Bei einer protzigen Behausung mit zwei Wachmännern, die ein elektrisches Tor überwachten, machte der Jeep halt und die Insassen wurden kontrolliert. „Wenn die Verdacht schöpfen, werde ich euch beide töten.“, stellte Mike die Situation klar, ehe der Mann die Scheibe auf der Fahrerseite runterließ.
„Choussard hat uns geschickt um den Gentleman abzuholen.“, erklärte der Mann.
Die Typen am Tor musterten Mike mit misstrauischen Blicken. Dann gab einer der Männer das Zeichen, welches signalisierte, dass das Tor geöffnet werden konnte.
Der Wagen fuhr eine lange Auffahrt, welche mit Kieselsteinen übersät war, hoch und hielt vor einer prunkvollen Garage an. „Der Beifahrer steigt als Erster aus. Dann folge ich und dann steigen Sie aus.“
Der Mann vor ihm tat wie befohlen und stieg aus. Mike ließ ihn dabei nicht aus den Augen und richtete die Waffe auf den Mann. Dann stieg auch Mike aus und richtete die Waffe dabei weiterhin auf den Mann. Es dauerte vielleicht keine Minute mehr, bis die gesamte Wachmannschaft mitbekam, was hier los war.
Und ehe Mike sich richtig umgesehen hatte, heulte eine Sirene los und gut zwanzig Wachleute stürmten auf das Gelände, die meisten mit MPs bewaffnet, deren Läufe alle auf Mike zeigten, der sich im Reflex den Beifahrer als Schutzschild geschnappt hatte, welchem er jetzt die Waffe ins Genick drückte. Er war in die Enge getrieben, es führte kein Weg an den Wachen vorbei. Plötzlich fiel ein Schuss und der Mann, den Mike als Schutzschild verwendet hatte, wurde samt ihm zu Boden geschleudert. Jetzt war es aus, schoss es Mike durch den Kopf. Er hatte keine Chance mehr zu entkommen. Es war jetzt nur noch eine Frage der Zeit, bis ihm jemand eine Kugel in den Kopf jagte. Mike dachte an Steve, Jennifer und vor allem an Becky. Verdammt, wie war er nur in so eine Situation gekommen.
„Hallo Mr. Cooper.“
Mike kam die Stimme nicht im Geringsten bekannt vor. Er hielt die Waffe weiterhin fest umklammert, als zwei Bodyguards ihn hochhievten. „Ich bin beeindruckt von ihren Fähigkeiten. Man sagte mir bereits, dass Sie Schwierigkeiten machen, aber dass Sie so gut sind, hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können. Aber so sind die SEALs halt. Ich selbst war bei der Delta Force. Also weiß ich wovon ich spreche. In welchem Team waren Sie?“
„SEAL Team 5.“, erwiderte Mike.
„Leute steckt die Waffen weg, aus professioneller Höflichkeit.“, befahl der Mann.
„Dürfte ich erfahren mit wem ich die Ehre habe?“
„Oh Verzeihung, Sie kennen mich nicht, ich bin Jean-Pierre Choussard, der Sohn von Baptiste.“
„Wo ist er?“
„Er wartet hinten im Garten auf uns.“, erwiderte der Mann und steckte die Waffe weg. Dann wies er mit seiner knochigen Hand in Richtung Garten und ließ Mike den Vortritt.

„Elijah, schön Sie wieder zu sehen.“, begrüßte ihn der alte Waffenhandler.
„Die Freude ist ganz meinerseits.“, erwiderte Mike den Gruß und die beiden schüttelten sich die Hände. Dann nahmen beide Männer Platz.
„Wie geht es Ihnen, ich habe gehört, Sie haben gesessen. Wo nochmal?“
„In Lompoc.“, erwiderte Mike. „Dort wurde ich nach 6 Jahren wieder freigelassen und bin seit 3 Jahren untergetaucht.“
„Ich bin beeindruckt. Sie wissen, was Sie tun müssen um unauffällig zu bleiben. E freut mich dennoch, dass meine Einladung Sie erreicht hat.“
„Ja, es freut mich wieder hier zu sein. Ist schon eine Weile her.“
„Oh ja, das ist es. Ich war schon lange nicht mehr aktiv. Seit mein Sohn die Geschäfte übernommen hat, habe ich mich hier zurückgezogen.“
„Also genießen Sie Ihren Ruhestand. Wie geht’s Ihrer Frau?“
„Gut, Sie ist nicht so glücklich wie sich die Dinge um meinen Sohn entwickelt haben. Seit er die Army verlassen hat, ist er irgendwie skrupelloser. Er tötet wahllos seine Konkurrenten, wenn er Lust, schlachtet er sogar persönlich deren Familien ab. Er und sein bester Freund, dieser Jenson Franks.“
Bei Mike klingelten sofort die Alarmglocken. Also ging dieser Mord auf die Kappe der Choussards. Verdammt, wo war Mike hier nur reingeraten. Der Mann den er vor beinahe 9 Jahren hätte töten sollen, er saß hier vor ihm schwer gezeichnet von der damaligen Explosion. Mike hatte damals den Auftrag Baptiste Choussard zu töten. Er war beinahe über ein halbes Jahr verdeckt in Paris unterwegs. Dann bot sich ihm eine Gelegenheit. Eine große Feier stand bevor und Mike brachte eine Autobombe an Choussards Mercedes an. Er konnte Choussard von der Ferne aus in die Luft sprengen und würde unbemerkt Paris verlassen, doch irgendwie hatte Choussard überlebt und seit dieser Zeit war er auf der Suche nach dem Verantwortlichen. Mike war nun völlig auf sich allein gestellt. Irgendwo hier mussten seine Freunde sein. Er musste sie schnell finden und wegbringen, ehe seine Tarnung aufflog.
„Wie ist es Ihnen nach dem Anschlag ergangen?“, fragte Mike und verzog das Gesicht zu einer schmerzhaften Grimasse.
„Dank der amerikanischen Medizin bin ich wieder halbwegs schmerzfrei.“
„Das freut mich.“, erwiderte Mike und versuchte so aufrichtig wie möglich zu klingen. In Wahrheit würde er es lieber sehen, wenn Choussard unter der Erde läge. Doch es war noch nicht vorbei. Der Mann war wie eine Kakerlake. Man konnte ihn hundert Mal töten, er würde wieder aufstehen und weitermachen. Choussard war die Art Mensch, die einen Atomkrieg überleben konnten.
„Wenn Sie kein Problem damit haben, würde ich Sie gerne einladen bei uns zu übernachten. Unser Hausmädchen bereitet gerade alles für Sie vor.“
Mike musste sich zurückhalten um nicht gleich loszulachen. Leichter konnte es nicht werden. Er würde noch in dieser Nacht seine Freunde in Sicherheit bringen und danach wieder zurückkehren und die Choussards töten. Er wollte sicherlich kein Risiko eingehen, doch seine Freunde waren ihm in diesem Moment wichtiger als die Mission. Mike wusste, dass er seine Gefühle eigentlich unterdrücken musste um objektiv zu bleiben.
„Es wäre mir eine Ehre. Ich müsste nur in mein Hotel zurück und mein Gepäck holen.“, erwiderte Mike.
„Oh, das erledigt einer meiner Angestellten.“
Der Agent in ihm übernahm jetzt die Geschehnisse und dieser Agent war gefährlicher als drei Jenson Franks zusammen.
Mike erhob sich als Mrs. Choussard an den Tisch getreten kam. „Mrs. Choussard, ich freue mich sehr Sie wiederzusehen. Sie sind noch immer so attraktiv wie vor neun Jahren.“, begrüßte Mike die alte Dame.
„Sie sind ein Schmeichler. Aber bitte nennen Sie mich doch Beth, ich sage ja schließlich auch Elijah zu Ihnen und nicht Mr. Cooper.“
„Okay Beth.“
„Erzählen Sie Elijah, was haben Sie in den letzten drei Jahren unternommen.“
„Ach, ich war eine Zeit lang in Europa untergetaucht. Dort habe ich unter falschem Namen weiterhin meine Geschäfte geführt. Ich bin dort auch einem gewissen Ben Fischer begegnet. Der Typ ist doch tatsächlich nach Akalumba gereist, wo er einer Frau das Leben gerettet hat.“, erzählte Mike.
„Das klingt nach Cop.“, erwiderte Baptiste.
„Stimmt, dass war er. Dann hat er sich mir angeschlossen. Er ist nicht umsonst einer meiner besten Kunden.“
„Sie sind und bleiben ein Geschäftsmann.“
„Da haben Sie Recht Mr. Choussard.“, antwortete Mike.

Mike aß mit seinen Feinden zu Abend und zog sich danach in das Gästezimmer zurück. Sein Gepäck wurde ihm von einem der Gorillas gebracht, dem er sogleich zwanzig Dollar zusteckte. Er verschloss die Tür und durchsuchte sein Gepäck. Zum Glück hatte man ihm bei der CIA beigebracht, wie man Waffen richtig zerlegte und versteckte, sodass Sie nicht entdeckt wurde, weder von Menschen noch von Metalldetektoren. Mit ein paar Handgriffen, hatte er seine Waffe zusammengebaut und in seinem Hosenbund verstaut. Er wollte heute Nacht versuchen seine Freunde zu finden und Sie danach in Sicherheit zu bringen. Er hatte schon einige Vorbereitungen getroffen, so hatte er sich nach dem Abendmahl, unbemerkt die Schlüssel für ein SUV angeeignet. Dann hatte er vorgetäuscht auf die Toilette zu müssen und hatte so ein paar Räume durchsucht. Jetzt hatte er nur noch ein paar wenige vor sich und dank seiner Ausbildung sollte es nicht schwer werden, den richtigen Raum zu finden. Er drückte beinahe lautlos die Türklinke runter und schlich auf den Gang hinaus. Er wollte nur nicht Jenson Franks begegnen, denn der würde ihn vermutlich erkennen. Sie hatten vor beinahe 13 Jahren einen gemeinsamen Auftrag, bei dem Mike unter falschem Namen mit den Delta Force Operatoren zusammengearbeitet hatte. Auch die Mannschaft des ehemaligen Delta Force Operators Jenson Franks war an dieser Mission beteiligt. Sie waren sich zwar nie persönlich begegnet, aber dennoch wusste er, dass er ihn nicht unterschätzen durfte, aber er rechnete sich auf jeden Fall die besseren Chancen aus. Mike schlich durch die riesige Villa mit der P99c im Anschlag. Er würde nicht zögern Sie einzusetzen. Mike wusste wie der Hase lief. Wenn er heute versagen würde, würde dies nicht nur sein Ende bedeuten. Die würden vermutlich zuerst seine Freunde vor seinen Augen foltern um ihn zum Sprechen zu bringen, dann würden seine Freunde hingerichtet werden und danach würden Sie ihn töten. Er wusste, dass er dies nicht zulassen durfte. So stieß er gezielt ein paar Türen auf und als er die Hoffnung schon aufgegeben hatte, fand er eine Treppe, die in ein Verließ hinunter führte. Mike stieg die Treppe hinunter und blieb vor der verschlossenen Tür stehen. Er presste seinen Oberkörper dicht an die Tür und versuchte irgendwas zu hören. Doch da war nichts. Kein Geräusch. Plötzlich spürte er wie ihn jemand an der Schulter packte und unsanft herumriss. „Hey Gaber.“, hörte er Franks sagen. Dieser drückte ihm seine Taurus in die Rippen. Mike reagierte wie in Trance. Er stieß die Hand weg und warf sich mit seinem ganzen Körpergewicht gegen Jenson. Dieser wurde gegen die Wand geschleudert und war kurz benommen. Mike setzte nach. Er drückte sich mit dem Rücken gegen Franks und schlug ihm mit seinem linken Ellbogen mehrfach gegen die Rippen, ehe er herumfuhr und ihm mit dem linken Unterarm eine verpassen wollte. Doch Franks duckte sich rechtzeitig, rammte ihm seine rechte Schulter in den Magen und rammte ihn gegen die gegenüberliegende Tür. Dann holte er mehrfach aus und schlug Mike wuchtig in den Magen. Plötzlich zog er ein Messer aus seinem Gürtel hervor und wollte auf Mike einstechen, der mit dem linken Unterarm blockte und mit der rechten Faust das Messer entfernte. Keine Sekunde später holte Mike mit dem Ellbogen aus, dieser wurde jedoch von Franks im Flug abgefangen und Mike bekam dessen rechten Ellbogen in den Rücken. Schmerzen übermannten ihn und er ging in die Knie, als Franks herumfuhr und ihn mit einem gut gezielten Kick zu Boden brachte. „Ich sagte doch, ich bin dir überlegen.“
Mike lag flach auf dem Boden und konnte sich nicht wehren. „Ich werde jetzt deine rothaarige Freundin besuchen und ihr zeigen, was ein echter Kerl im Bett kann.“
Jetzt wurde Mike richtig wütend. Er setzte sich auf und packte mit seiner linken Hand Jensons rechte Ferse, welche er zu sich her zog, während er mit seinem rechten Unterarm, Franks rechten Unterschenkel von sich wegdrückte. Durch diesen Trick, brachte er Jenson zu Fall. Dann schnappte er sich das Messer von Franks und stürzte sich auf ihn. Da lagen sie nun beide, Mike drückte mit aller Kraft das Messer in Richtung Gesicht von Franks, während sich dieser krampfhaft wehrte. Plötzlich wurde Mike von hinten überrascht und ein Schlag mit einem Pistolengriff schickte ihn ins Land der Träume.
Hinter ihm stand nun Baptiste, der sich über den bewusstlosen Gaber beugte und flüsterte: „Ich hab immer gewusst, dass Sie für die Regierung arbeiten, Mr. Gaber. Ich hätte allerdings angenommen, dass man mir einen CIA Agenten schickt und keinen zweitklassigen FBI Agenten. Aber Sie können mich sowieso nicht hören.“
Franks erhob sich mit einem Grunzen. „Alles in Ordnung?“, fragte Baptiste.
„Ja, ich hätte den Kerl getötet.“
„Das haben wir gesehen.“, erwiderte Choussard sarkastisch.

Fortsetzung folgt ...
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M.V.V.M.

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6

Dienstag, 17. Januar 2012, 09:02

Kapitel 6 Finaler Part

Mike wurde unsanft geweckt. Seine Arme brannten höllisch. Als er seine Gedanken wieder geordnet hatte, blickte er nach oben und sah, wie seine Hände mit Handschellen an ein Rohr gefesselt waren und er nun an ihnen herabhing. Plötzlich tauchte Jean-Pierre vor ihm auf. „Ah Sie sind wach.“
„Ja, ich habe gerade so schön geträumt, und dann muss ich Ihre hässliche Visage ertragen.“
„Was haben Sie denn geträumt?“
Mike fing an zu lachen. „Ich habe davon geträumt wie ich Ihnen in den Arsch getreten habe. Danach habe ich Ihnen Ihre Eingeweide rausgerissen und Ihnen bei vollem Bewusstsein das Genick gebrochen.“
Choussard lachte auf. „Sie haben einen sehr ausgeprägten Humor. Selbst wenn, aber das ist ziemlich unwahrscheinlich, Sie sich befreien könnten, müssten Sie sich erst durch 12 Wachleute metzeln, und bis dahin, bin ich schon verschwunden.“, erwiderte der Waffenhändler.
„Und darf ich fragen wohin?“, fragte Mike.
„Das braucht Sie nicht zu interessieren. Ich werde da oben jetzt auf Sie anstoßen. Julien, du kannst dich jetzt um ihn kümmern, aber lass dir nicht zu lange Zeit, ich habe da oben über 200 Gäste und die wollen ja schließlich die Hinrichtung Ihrer Freunde nicht verpassen.“
Julien trat nach vorn. Der schwarze Anzug war anscheinend maßgeschneidert, denn das schwarze Hemd darunter saß perfekt. Choussard verließ den spärlich eingerichteten Raum und schloss die Tür hinter sich. Mike sah Julien kalt an. Er wusste, wenn er jetzt sterben würde, wären seine Freunde verloren. „He Junge, wie wär’s, du und ich in einem Zweikampf. Machen wir es fair.“, bot Mike an.
Mike erhielt keine Antwort. „Oh, du bist stumm. Na mal sehen, ob wir dir nicht helfen können.“, setzte Mike fort und stieß sich vom Boden ab, nur um den Typen gegen den Brustkorb zu treten. Dieser taumelte nach hinten und Mike ergriff die Chance und hievte sich hoch. Er hoffte, dass das Rohr unter seinem Gewicht nachgeben würde und runterkommen würde. Er spannte zusätzlich all seine Muskeln an und tatsächlich, dass Rohr brach und sauste auf Julien hinunter, wo es dessen Kopf traf. Mike schlug unterdessen hart auf dem kalten Steinboden auf. Zum Glück hatte er das gut gepolsterte Sakko an, welches seinen Sturz etwas linderte. Er sprang auf und stürmte auf den Bodyguard los. Ehe sich Julien versah, war Mike schon über ihm und schlug ihm mehrfach gegen den Hals. Als er sich sicher war, dass der Typ nicht überleben würde, ging er zu dem Tisch und fand ein Klappmesser. Dieses ließ er im Ärmel seiner Jacke verschwinden und öffnete kurz die Tür. Keine Wachen, die waren anscheinend alle auf der Party. Zeit diese zu sprengen. Mike eilte nach oben, doch vorerst blieb er vor einem Spiegel stehen und richtete sein Hemd. Er wollte so lange wie möglich unauffällig bleiben. Er spürte das Klappmesser und fühlte eine innere Ruhe in sich aufsteigen. Er wusste, dass seine Freunde in Gefahr waren und er würde nichts unversucht lassen, sie zu befreien. Er stieg die Treppe hoch ins Erdgeschoss, wo er sich durch eine ungesicherte Tür ins Innere des Hauses vorwagte. Er schritt durch einen langen Gang und ging durch eine offene Glastür hinaus ins Freie. Dort wimmelte es bereits vor Partygästen. Diese nahmen jedoch überhaupt nicht Notiz von dem FBI Agenten. Unauffällig schritt er an der Hausmauer entlang und nutzte eine passende Gelegenheit um einen Wachmann von hinten zu überraschen. Wie ein gefährliches Raubtier, legte Mike dem Mann seine linke Hand um den kräftigen Kiefer, während er fast gleichzeitig mit seiner rechten Hand das Genick des Mannes packte und beide Hände in die jeweils entgegengesetzte Richtung riss und damit das Genick des Mannes entzweite. Den toten Körper lehnte er vorsichtig gegen die Hausmauer. Mike mischte sich danach wieder unter die Gäste, die von dem Vorfall nichts mitbekommen hatten, da alle in ihre Gespräche vertieft waren und nichts von ihrer Umwelt mitbekamen. Mike konnte es sich jedoch nicht verkneifen kurz anzuhalten und auf die Bühne zu blicken. Dort wo in wenigen Minuten eine öffentliche Hinrichtung stattfinden sollte. Er entdeckte die Choussards, Vater, Mutter und Sohn. Dann trat der junge Choussard ans Mikrofon und bat seine Gäste um deren Aufmerksamkeit. „Wir haben heute einen Geheimagenten des FBIs gefangen nehmen können, der vor wenigen Minuten sein Ende gefunden hat. Ich bin etwas enttäuscht, dass die Regierung nur einen einfachen FBI Agenten geschickt hat um mich und meine Familie zu töten. Jetzt habe ich hier eine kleine Überraschung für euch, liebe Mitglieder sowie Berater. Hier haben wir Steven Clark und Jennifer Winston. Die beiden wollten eigentlich diese Woche heiraten, doch haben Sie sich mit der falschen Familie angelegt und jetzt bezahlen Sie den Preis dafür. Die Choussards haben schon seit Jahrzehnten als Machtsymbol gegolten und meine Familie und ich, wir werden auch Jahrzehnte nach unserer Generation noch als dieses gelten. So und jetzt begrüßen wir unsere Ehrengäste.“
Mit diesen Worten ließ er zwei vermummte Gestalten auf die Bühne bringen. Sogleich wurden die Säcke von ihren Köpfen entfernt und Mikes Herz setzte fast aus, als er das blutig geschlagene Gesicht von Steve sah. Dieser Choussard würde teuer bezahlen. Als sich Jean-Pierre wieder dem Mikro zuwandte und in die Runde blickte, nutzte Mike seine Chance und winkte. Choussard erstarrte, als er den äußerst lebendigen Mike vorfand. Mike fing an zu grinsen und genoss diesen kurzen Moment. Er war nun im Vorteil. Auch seine Eltern verloren die Fassung, als sie Mike entdeckten. Jean-Pierre fehlten die Worte, er wusste nicht was schief gegangen war. Den Gästen blieb Choussards Fassungslosigkeit natürlich nicht verborgen und so folgten sie seinen Blicken bis hin zu dem unbekannten Gentelman, der mitten unter ihnen war. „Ich korrigiere dich mal, denn du und der Abschaum, den du Familie nennst, ihr habt euch mit dem falschen Agenten angelegt. Ich habe mir im Laufe einer grandiosen Karriere eine Menge Fähigkeiten angeeignet. Fähigkeiten die mich zum Alptraum machen für Leute wie dich.“, erklärte Mike und brüllte etwas, um halbwegs gehört zu werden. „Was sagst du jetzt?“
„Was ich sage? Planänderung, bringt die Frau auf die Yacht und erschießt diesen verdammten Agenten und seinen Freund.“, befahl Choussard Senior und blickte mit freudigen Augen auf Mike hinunter. Denn hinter ihm befand sich ein Wachmann, dessen Hand soeben unter sein Sakko glitt um eine Waffe zu ziehen.
Doch Mike hatte den Mann längst entdeckt, ließ das Messer aufschnappen und rammte es dem Mann in den Hals. Gleichzeitig packte er den Typen an der Schulter, um ihn als Schutzschild zu verwenden. Im rechten Augenblick, denn plötzlich schlugen mehrere Kugeln in den massigen Leib des Wächters. Mike reagierte schon im Reflex, als er die Waffe des Mannes, eine Colt M1911 zog und sich der beiden Wachen entledigte, die ihn unter Dauerfeuer nahmen. Jeder von den beiden bekam einen gezielten Schuss zwischen die Augen verpasst, ehe Mike sein mittlerweile verstorbenes Schutzschild zur Seite schleuderte und den Henker hinter Steve mit drei Schuss ausschaltete. Die Choussards traten nun den Rückzug an. Sie eilten über das riesige Gelände, begleitet von zwei Sicherheitsleuten, die von Mike durch Schüsse in den Kopf getötet wurden. Mike lief weiter und warf dabei die Waffe weg. Er wusste, dass er nun eine Bedrohung für Choussard darstellte und dieser nun untertauchen musste. Mike wurde von der Seite überrascht, als ein Fuß vorschnellte und ihn zu Boden brachte. Mike trat dem Mann in die Kniekehle und war mit einem Satz auf den Beinen, wo er einen Schlag abwehrte und den Mann mit einem Handkantenschlag gegen den Hals tötete. Er durchsuchte den Mann und fand eine Glock 17, welche er entsicherte und sich in Richtung Yacht der Choussards bewegte. Doch ehe er dort angelangt war, wurde er von Jenson Franks, sowie zwei weiteren Wachen überrascht. Er schaltete die beiden Wachen aus und feuerte drei Schuss auf Franks ab. Dieser richtete seinen Oberkörper jedoch wieder auf und stöhnte laut. Mike hatte die beschusshemmende Weste übersehen. In diesem Moment hob Franks seine Waffe, doch ehe er auch nur einen Schuss abfeuern konnte, hatte Mike schon eine Salve auf ihn abgefeuert. Mike legte erneut an, um Jenson endgültig den Rest zu geben. Doch ehe er überhaupt dazu kam den Abzug zu drücken, trat Franks ihm die Kanone aus der Hand. Mit einem gewaltigen Sprung war er auf den Beinen und holte erneut zum Schlag aus. Mike reagierte im Reflex und wich aus. „Jetzt zeig ich dir, was ein Ex-Delta Force Soldat noch drauf hat.“, erwiderte Jenson.
„Ich kann’s kaum erwarten.“, erwiderte Mike mit erhobenen Fäusten.
Jenson trat nach Mike, der mit einem Gegentritt konterte. Im selben Moment holte Mike zum Schlag aus und traf Jenson am Kiefer, den er beinahe ausrenkte. Der Ex-Soldat wich ein paar Schritte zurück und ging sogleich wieder in Kampfstellung. Er wollte diesen Mike Gaber töten, jetzt hatte er die Gelegenheit dazu.
Mike versuchte die nächste Attacke zu erahnen. Auch wenn Mike im Nahkampf gut ausgebildet war, er würde niemals den Fehler begehen Franks zu unterschätzen. Die beiden täuschten gekonnt verschiedene Angriffspositionen vor. Ein Schlag von links überraschte Mike und er hatte keine Zeit auszuweichen. Die Wucht, die von diesem Haken ausging brachte ihn aus dem Konzept, denn Jenson zückte ein Messer und attackierte mit diesem erneut. Mike fing sich wieder und spürte den Lufthauch der Klinge sodass er noch geschickt ausweichen konnte, als diese knapp neben ihm vorbeischoss. Der zweiten Attacke entwich Mike mittels Tritt in die Magengegend, der Franks die Luft raubte und das Messer aus seiner Hand beförderte. Doch ehe Mike nach dem Messer greifen konnte, versetzte Franks ihm einen gut gezielten Tritt gegen die Rippen, der Mike zu Boden warf. Für einen Moment war er seiner Sinne beraubt, während er im nächsten Moment Franks über sich sah, der sich mit der silbernen Klinge in der Hand auf ihn stürzte. Mike rollte sich blitzschnell zur Seite und war mit einem Satz auf den Beinen um sogleich sein Knie gegen Franks Brustkorb zu rammen. Er packte Jenson am Kragen und riss ihn hoch. Dann schlug er ihm so fest er nur konnte ins Gesicht. Ein Wangenknochen und sein Nasenbein brachen bei dieser Aktion. Doch auch Franks war ein harter Hund und fuhr mit dem Kopf nach vorn. Dabei erlitt Mike eine Platzwunde über dem rechten Auge. Sein Kopf dröhnte, doch er riss sich zusammen und fing den Arm von Franks ab, der erneut zu einer Attacke mit dem Messer angesetzt hatte. Mike verriss dessen Hand und packte mit der rechten Hand ebenfalls zu um das Messer zu entfernen. In diesem Moment packte Franks, Mike an der Schulter und rammte ihm das Knie in den Magen. Jetzt hatte er eine günstige Position und konnte zustechen. Mike brachte all seine Kraft auf um Franks Hand wegzudrücken. Mit dem rechten Unterarm schlug er so fest er nur konnte auf Franks Hand und konnte so den Angriff abwehren. Doch Franks war ein ebenso guter Kämpfer und wollte erneut zustechen, doch diesmal war Mike schneller, fing den Arm ab und schnappte sich das Messer. Jetzt übernahm die Wut die Kontrolle über Mike, als dieser Franks das Messer in den Hals rammte und ihm die Kehle aufschlitzte.
Doch hatte Mike noch längst keine Zeit sich auszuruhen, geschweige denn zu erholen, denn schon hörte er von weiter hinten wie Jennifer um ihr Leben bettelte. Er blickte sich nach der Taurus von Franks um, doch er konnte die Waffe nirgends entdecken, also beschloss Mike das Kampfmesser, mit welchem er soeben Franks getötet hatte, mitzunehmen. Er drückte seinen Daumen und einen Teil seines Zeigefingers gegen die flache Seite der Klinge und lief in die Richtung aus der die Schreie kamen. Er sah wie Jennifer, die nur mit einem seidenen Morgenmantel bekleidet war von einem Gorilla mit sich gezerrt wurde. Mike nahm einen kurzen Anlauf, zielte und holte aus. Dann schnellte seine Hand mit dem Messer nach vorn und als die Klinge seine Schulter passiert hatte, ließ er diese los und sah zu wie die Klinge nach mehrfachen Umdrehungen in das linke Auge des Mannes eindrang und ihn somit tötete. Er lief zu Jennifer und überprüfte kurz ob sie unverletzt war. „Es geht mir gut, die haben Becky auf die Yacht geschafft.“, erklärte Jennifer mit geschocktem Gesicht und deutete auf die Yacht, die soeben ablegte. Mike lief los. Er war zwar unbewaffnet, doch er war zum Glück nicht auf Waffengewalt angewiesen. So holte er alles aus seinem angeschlagenen Körper heraus und mit einem Satz, hatte er sich auf die Wache gestürzt, die auf dem hinteren Teil der Yacht für Sicherheit sorgte. Der bullige Typ packte Gaber am Hals und schleuderte ihn auf den beleuchteten Treppenaufgang, der hoch aufs Deck führte. Der Typ war zu stark und drückte Mike die Luft ab. Dieser packte den Mann an seinem Pferdeschwanz und zog diesen nach hinten, sodass dieser den Mund weit aufriss. Mike nutzte diese Chance und rammte dem Mann seinen Ellbogen ins Gesicht des Sicherheitsmannes. Zähne und ein Gemisch aus Speichel und Blut flogen durch die Luft. Der Griff lockerte sich und der Mann fuhr nach hinten. Jetzt erst entdeckte Mike die .45er in dem Holster des Mannes und griff danach. Er entsicherte sie blitzschnell und feuerte zwei Schüsse auf den Mann ab, der durch die Wucht der Schüsse nach hinten geschleudert wurde und im Fluss landete. Mike drehte sich zur Seite und stemmte sich hoch. Plötzlich drückte ihm jemand eine Glock 20 gegen die Stirn und als er dem Lauf hinauf folgte, sah er Jean-Pierre Choussard vor sich. „Waffe weg.“, befahl der Mann und Mike tat wie befohlen und warf die Waffe in den Fluss. „Sie haben meinem Vater und mir eine Menge Probleme bereitet.“
Mike grinste und antwortete: „Das kann ich nun mal am besten.“
Er stieß die Waffe zur Seite, als sich ein Schuss löste und ihm für ein paar Sekunden das Gehör raubte. Doch Jean-Pierre wollte bereits mit der Waffe zuschlagen, als Mike die Hand abfing und seinen gesamten Körper um 90 Grad drehte. Dadurch entstand eine Hebelwirkung, die Jean-Pierre zum Teil die Treppe hinunterwarf. Mike setzte erneut an und riss Choussard Junior an dessen linken Hand hoch, wobei er eine Schulter ausrenkte. Als sein Genick in seiner Reichweite war, umgriff Mike mit seinem rechten Arm, den Hals des Mannes und mit seiner linken Hand packte er seinen eigenen rechten Unterarm sodass Jean Pierre nun wie in einem Schraubstock eingespannt war. Choussard fuchtelte wild mit seinen Armen umher und umklammerte Mikes stahlharten Griff, in der Hoffnung sich zu befreien. „Sie wissen, dass Sie das verdient haben.“, raunte Mike und brach Jean-Pierre das Genick. Gaber stieß den leblosen Körper des Waffenhändlers nach vorn und sah zu wie er in den Fluss fiel.
Dann richtete er sich auf und blickte sich nach der Glock um, doch die war anscheinend samt ihrem Besitzer ins Wasser gefallen. „Verdammt.“, fluchte Mike und drang vorsichtig ins Innere der Yacht vor. Er blickte die Treppe zu seiner linken hoch, doch dort rührte sich nichts, die FlyBridge war also nicht besetzt. Mike stieß die gläserne Tür auf und trat umsichtig ein, er wollte keine böse Überraschung erleben. Er schob sich an der linken Wand entlang, bis ins Wohnzimmer. Dort riskierte er einen kurzen Blick und ließ sogleich seinen Kopf zurückschnellen, als er Baptiste mit einer Desert Eagle entdeckte, welcher sofort zwei Schüsse abgab, die in das schön polierte Holz eindrangen und zwei hässliche Einschusslöcher hinterließen. Mike schätzte die Munition auf .357, da der Schaden zwar beträchtlich war, aber nicht so verheerend wie mit Kaliber .50. Er blickte sich um und sah einen Gang, der keine vier Meter von ihm entfernt war und nach weiteren drei Metern anscheinend eine Biegung nach links machte. Mike atmete tief ein und aus, beruhigte seinen Puls und lief los. Sofort wurde er von einer Salve Schüssen in Empfang genommen, die knapp über ihn hinwegschossen und in die Wand neben ihm eindrangen. Aus der geduckten Haltung heraus warf er sich zu Boden und vollführte eine Hechtrolle, um sogleich hinter der Wand zu verschwinden, wo keine Sekunde später wieder drei Schüsse einschlugen. Er lief die drei Meter nach hinten und suchte Deckung hinter der Biegung. Er presste sich ganz dicht an die Wand, da er nicht gleich ins Schussfeld geraten wollte, sollte er Baptiste überhören. Dieser warf soeben das Magazin aus und knallte ein weiteres in die eindrucksvolle Waffe. Mike achtete darauf ob der Schlitten repetiert wurde, doch dieses Geräusch blieb aus. Also befand sich noch eine Kugel im Lauf. Mike lenkte seine Konzentration auf das was gleich kommen würde und schnellte um die Ecke, wo er mit einem gut gezielten Kick gegen die Rippen den alten Mann aus der Fassung brachte und sich sogleich die linke Hand schnappte, mit der sich darin befindlichen Desert Eagle. Choussard Senior drückte den Abzug wild nach hinten und feuerte drei Schuss ab, die die gläsernen Türen des Schrankes durchschlugen und die Kristallgläser darin zerstörten. Mike schlug die Hand mehrfach gegen die verzierten, hölzernen Leisten der Wand und entledigte sich somit der Waffe, die Choussard fallen ließ. Doch für seine 65 Jahre war der Mann gut in Form. Mike ließ seinen linken Ellbogen nach hinten sausen, wo er auf die Nase von Baptiste stieß und diese brach. Mike fuhr blitzschnell herum und schlug mit der rechten Faust auf den Mund des alten Mannes, dessen Unterlippe sogleich platzte und den Mann nach hinten schleuderte. Dieser hievte sich an einer Kommode hoch und hatte plötzlich ein Steakmesser in der Hand mit welchem er auf Mike losging. Dieser fing den rechten Arm ab und ein Tritt mit seinem Knie reichte um das Messer in hohem Bogen wegzuschleudern. Keine Sekunde später holte Mike mit seiner rechten Faust erneut aus und traf den Alten genau an der Wange, der gegen die Wand geschleudert wurde und dort für kurze Zeit verweilte. Als Mike ihn an der Schulter packte, rammte dieser ihm den Ellbogen in den Magen und stieß Mikes Kopf gegen die Wand, der danach zu Boden ging. Choussard ergriff die Flucht und eilte nach oben, wo er eilig eine Kiste öffnete und eine Colt M1911 herausholte, welche er sogleich entsicherte und auf die Tür richtete. Mike griff sich in der Zwischenzeit die Desert Eagle von Baptiste und eilte nach oben, machte aber glücklicherweise noch rechtzeitig halt um den drei Schüssen zu entgehen, die die gläserne Tür sprengten. Der alte Mann hechtete nach oben und als Mike gerade seinen Kopf durch den verbliebenen Türrahmen stecken wollte, schlugen erneut drei Schüsse ein. Er ging eilig durch die Tür und sah gerade noch die Beine von Baptiste verschwinden. Von der FlyBridge gab es kein Entkommen, außer in den Fluss, aber für so bescheuert hielt Mike den alten Mann gar nicht. Er stieg langsam und bedächtig die Treppe nach oben und zog den Kopf ein, als Choussard seinen letzten Schuss vergeudete. Danach folgte nur noch ein Klicken. Mike eilte nach oben und hielt die Desert Eagle im Anschlag. Choussard war wie ein gefährliches Tier, welches man in die Ecke getrieben hatte. Mike trat auf den Mann zu, als dieser die Hände hob und sich ergeben wollte. „Ich weiß, dass Sie den Auftrag haben mich zu töten, aber bitte es war nichts Persönliches.“
„Jetzt schon.“, erwiderte Mike kalt und schoss fünf Mal auf Baptiste, der gegen die gemütlich wirkende Sitzecke geschleudert wurde. Auf seinem weißen Hemd bildeten sich hässlich rote Flecken, als er die Augen schloss und sein Kopf nach hinten fiel. Mike ließ die Waffe sinken und schlenderte nach unten, wo er alle Zimmer durchsuchte. Zusätzlich fand er noch eine H&K USP Compact, welche auf einer Kommode lag. Er stieß die Türe zu dem letzten noch nicht durchsuchten Raum auf und entdeckte Mrs. Choussard, die nun Witwe war und eine Waffe auf ihn richtete und abdrückte. Mike durchfuhr ein stechender Schmerz in seiner linken Hüfte. Jetzt richtete die alte Frau die Waffe auf Becky. „Mrs. Choussard, lassen Sie die Waffe fallen.“, versuchte Mike sie zu besänftigen, während er gleichzeitig die USP Compact im Anschlag hielt und die Wunde mit seiner linken Hand zudrückte.
„Was ist mit meinem Mann?“, fragte die alte und gebrechlich wirkende Dame. Mike schüttelte nur den Kopf. „Und mein Sohn?“
„Mrs. Choussard, Sie wissen, dass Ihre Familie Verbrecher waren.“, erklärte Mike.
„Aber es war meine Familie und meine Familie war mein Leben. Jetzt werde ich Ihr Leben zerstören.“, erwiderte die Frau und drückte den Abzug nach hinten. Mike reagierte noch im selben Moment und schaltete die Frau durch einen gut gezielten Schuss aus, der in ihre rechte Schläfe eindrang und sie auf der Stelle tötete. Doch der letzte Schuss schlug knapp neben Becky ein. Jetzt erst bemerkte er, dass sie ans Bett gefesselt war, sie war nur mit Unterwäsche bekleidet. Diese Choussards waren wirklicher Abschaum. Er löste die Handschellen und reichte ihr einen Morgenmantel, den sie überziehen konnte. „Warte hier, ich kümmere mich nur schnell um unsere Heimreise.“, erklärte Mike und ging nach oben, wo er auf den Captain stieß, der das Schiff manövrierte. Dieser entdeckte seinen ungebetenen Gast und wollte bereits nach einer Waffe greifen, als Mike seinen Kopf packte und ihm die Waffe in den Rücken drückte. „Nur zu, greifen Sie nach Ihrer Waffe, dann mach ich Sie zum Krüppel.“

Zehn Minuten später war schließlich alles vorbei und die beiden wurden von dem Captain wieder bei dem Anwesen abgesetzt. Der Captain wurde verhaftet. Der Alptraum war vorbei, Becky, Steve und Jennifer waren wohl auf und Mike hatte seinen inneren Dämon besiegt. Zehn Minuten später befand er sich auf einer Trage im Inneren eines Krankenwagens. Eine Operation war notwendig um die Kugel zu entfernen, doch vorerst wurde die Blutung gestillt. Steve und Jennifer kamen Hand in Hand zu Becky und Mike, wo sie vor dem Krankenwagen hielten um mit Mike ein paar Worte zu wechseln. „Wie geht’s unserem Helden?“, fragte Steve.
Becky legte eine Hand auf die stramme Schulter von Mike und lächelte ihn an. „Es geht.“, erwiderte dieser mit schmerzverzerrter Stimme. Er grinste und lehnte sich zurück. Bis übermorgen, sollte ich wieder auf den Beinen sein.“, erwiderte Mike.
„Das sollten Sie auch.“, hörte Mike eine bekannte Stimme.
„Eric?“, fragte Mike ungläubig und starrte auf seinen Vorgesetzten.
„Ich musste doch bei meinem besten Agenten sein, wenn dieser gleich unters Messer kommt. Wenn ich mich vorstellen darf, ich bin Eric Rainfield. Sie müssen Steve sein, ich darf wohl noch nicht gratulieren und Sie müssen Becky sein.“
Von hinten trat einer der Sanitäter an die Gruppe heran und unterbrach die Unterhaltung: „Verzeihung, wir bringen ihn jetzt ins Krankenhaus.“
„Klar doch.“, erwiderte Rainfield und trat einen Schritt zurück.
„Miss, fahren Sie mit?“, fragte der Sanitäter an Becky gewandt.
Becky zögerte kurz und erwiderte: „Ja, ich bleibe bei ihm.“

Während der Operation, klärte Rainfield, Steve, Jennifer und Becky über Mikes Vergangenheit auf und welche Schwierigkeiten er hatte, nachdem er seine Frau verloren hatte und sein Team bei diesem Einsatz gestorben war. „Er war danach ein komplett anderer Mensch. Er verlor leicht die Beherrschung und tötete leichtsinnig und ohne zu zögern. Mike braucht Menschen, die ihm vertrauen und denen er vertrauen kann. Ich weiß, Sie verstehen nicht, wie wir ihm so etwas antun können, aber ich versichere Ihnen, er dient seinem Land und er würde sich dafür opfern, wenn er dadurch unschuldige Menschen beschützte. Aber er wusste, seine Frau würde nicht mehr lebendig werden. Er hatte keinen Grund mehr zu leben. Jeden Tag sucht er nach einem Grund, warum er weitermachen sollte. Es war hart, wir mussten ihn die erste Zeit überwachen. Manchmal dachte ich, er wollte sterben. Miss Summers, ich hoffe Sie wissen worauf Sie sich bei Mike einlassen. Er braucht sehr viel Vertrauen und er ist ein Hitzkopf.“
Becky sah dem Leiter der FBI Zentrale in Washington in die Augen und verarbeitete die Geschichte. „Mr. Rainfield, ich bin mir sicher, dass ich Mike vertrauen kann, schließlich hat er mir in den letzten paar Tagen das Leben gerettet. Der Ärmste hat sogar auf seinen Schlaf verzichtet.“, erwiderte die junge Frau.
„Dann wünsch ich Ihnen viel Glück.“, erwiderte Eric und lächelte.
Dann kam endlich der Doktor heraus, begleitet von einer Schwester, die einen Rollstuhl schob, mit dem frisch operierten Mike darin. „Da ist ja unser Held.“, stieß Steve aus.
Ehe Mike etwas erwidern konnte, klingelte Rainfields Handy. „Ja hier Rainfield? Sir, er sitzt gerade vor mir. Mike, der Präsident der Vereinigten Staaten möchte mit Ihnen sprechen.“
Mike horchte auf. Der mächtigste Mann der Vereinigten Staaten wollte mit ihm persönlich sprechen. Rainfield drückte ihm das Handy in die Hand und nickte anerkennend.
„Mr. President?“
„Mr. Gaber, ich wollte Ihnen persönlich danken. Sie haben einen der gefährlichsten Feinde der USA getötet.“
„Sir, ich habe nur meine Pflicht getan.“, erwiderte Mike mit respektvoller Stimme.
„Mr. Gaber, dieses Land schuldet Ihnen mehr, als es Ihnen je zurückzahlen kann. Ich möchte mich dankbar zeigen, kann ich irgendetwas für Sie tun?“
„Nun Sir, ich hätte da einen Wunsch.“
„Ich bin ganz Ohr.“

Vier Wochen später.

„Steven Martin Clark, möchten Sie diese Frau, zu Ihrer rechtmäßig angetrauten Ehefrau nehmen?“
„Ja ich will.“
„Und möchten Sie Jennifer Winston, diesen Mann, zu Ihrem rechtmäßig angetrauten Ehemann nehmen?“
„Ja ich will.“, erwiderte die Frau.
„Hiermit erkläre ich Sie, Kraft meines mir verliehenen Amtes, zu Mann und Frau. Sie dürfen die Braut nun küssen.“
Die Kapelle im Weißen Haus war brechend voll. Mike saß mit Eric Rainfield zu seiner rechten und Becky zu seiner linken Seite, in der ersten Reihe und klatschte.
Mike drehte sich zum Präsidenten um und nickte dankend. Dieser klatschte mit seiner Frau im Takt und beide gingen vorzeitig in den festlich geschmückten Empfangssaal. Mike erhob sich nachdem das Hochzeitspaar die Kapelle verlassen hatte und ging mit Becky Hand in Hand in den Empfangssaal.

Während der großen Feier, unterhielt sich Mike mit Eric über seine Zukunft. „Und ich kann Sie wirklich nicht umstimmen?“
Mike blickte ihn entschlossen an. „Sir, ich habe für mein Land alles geopfert. Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder ein normales Leben führen kann, aber ich möchte es versuchen.“
„Na schön, dann wünsch ich Ihnen viel Glück. Aber überlegen Sie sich mein Angebot nochmals, es kostet mich nur einen Anruf.“
„Danke, aber ich möchte mich ehrlich gesagt komplett zurückziehen. Auch wenn ein Bürojob verlockend klingt, ich möchte einen andere Art von Job.“
„Bei Problemen, können Sie jederzeit zu mir kommen.“
Mike entdeckte Gates, der mit Becky in Begleitung an den Tisch kam. „Mr. Gaber, Miss Summers möchte mit Ihnen tanzen.“
Mike grinste und drehte sich nochmals zu Eric: „Vielen Dank, für die Chance, die Sie mir damals gegeben haben, so und jetzt muss ich tanzen.“
„Viel Spaß.“, wünschte Eric und erhob sich ebenfalls um eine etwas ältere Dame zum Tanzen aufzufordern. Im Hintergrund wurde gerade Sunday Morning von Maroon 5 gespielt und Mike und Becky tanzten vergnügt. „Weißt du, ich fang in zwei Wochen in der Universität an.“, raunte Mike seiner Tanzpartnerin ins Ohr. „Dann hab ich ja meinen Beschützer rund um die Uhr bei mir.“, erwiderte Becky erfreut. Mike grinste und dachte an sein bevorstehendes Leben. Der Kick würde ihm vielleicht etwas fehlen, aber Beck war es wert. Vor ein paar Wochen hätte er nie gedacht, bei der Hochzeit seines Freundes seine große Liebe zu finden. Der Präsident und seine Frau tanzten ebenfalls neben Mike und Becky. Nachdem sie fertiggetanzt hatten, kam der Präsident auf die beiden zu und sprach mit Mike über seine Entscheidung. „Mr. Gaber, ich möchte Ihnen nochmals danken. Unser Land ist dank ihres Einsatzes wieder sicher. Ich finde es toll, dass Sie ein neues Leben anfangen möchten, auch wenn ich etwas in Sorge bin, denn einen Mann mit Ihren Fähigkeiten hat dieses Land dringend notwendig, aber ich respektiere Ihre Entscheidung und wünsche Ihnen viel Glück.“
„Vielen Dank Mr. President.“, erwiderte Mike hochachtungsvoll.
„Stellen Sie mir Ihre Begleitung vor?“, fragte Präsident Thorn mit einem Grinsen.
„Natürlich Mr. President, ihr Name ist Becky Summers.“
Becky wurde ganz verlegen. „Sehr erfreut Miss Summers, passen Sie gut auf unseren Nationalhelden auf.“
Becky brachte keine Antwort heraus, sie konnte nicht fassen, dass der Präsident der Vereinigten Staaten mit ihr sprach. „Ja … Sir, ich werde auf ihn aufpassen.“
Mike lachte und legte seinen starken Arm um Becky. Im selben Moment schossen ihm Erinnerungen an sein früheres Leben durch den Kopf. Seine Frau lächelte ihn an. Es kam ihm so vor, als würde sie immer über ihn wachen, deshalb hatte er auch überlebt. Er und Becky setzten sich neben Eric Rainfield und Frank Gates. Die beiden Veteranen unterhielten sich über die Zeit von Gates, als dieser in Vietnam gedient hatte. Mike lehnte sich rüber zu Rainfield und fragte mit einem Grinsen: „Waren Sie auch in Vietnam?“
„Ich bin 56, jetzt rechnen Sie mal, der Vietnamkrieg war von 1965 bis 1975, war ich dort?“
„Ich schätze nein und Sie sind wirklich 56? Auf mich wirken Sie immer wie 65.“, verdrehte Mike die Fakten.
Eric erhob die Hand und sagte drohend: „Ich bin zwar alt, aber ich kann Sie mit Leichtigkeit wieder ins Land der Träume schicken.“
Mike hob schützend die Hände vors Gesicht und erwiderte: „Okay schon gut, obwohl ich denke, dass Sie nach über 12 Jahren aus der Übung sind.“
„Aus der Übung?“, fragte Eric und blickte Mike böse an. Dann lächelte er und schnappte sich seinen rechten Arm und verdrehte ihn. „Meinen Sie jetzt auch, dass ich aus der Übung bin?“
„Nein, eigentlich nicht.“
Becky lachte und tätschelte Mike leicht auf den Rücken. „Meinst du auch, dass ich das verdient habe?“, fragte er die junge Professorin.
„Oh ja.“, erwiderte sie und beugte sich hinüber um ihn zu küssen. Ihre Lippen berührten sich, auch wenn dies für Mike etwas unerwartet kam, doch er genoss es. Jetzt konnte sein neues Leben starten.
Seine Gedanken waren bei seinem Team, seiner verstorbenen Frau und vor allem, kreisten sie um die vergangenen Erlebnisse. Dieser Dämon würde ihn für immer verfolgen. Egal wie sehr er sich dagegen sträubte, der Killer in ihm, würde niemals ganz verschwinden. Er konnte fliehen, seinen Namen ändern, einen Jobwechsel anstreben, diese Fähigkeiten würden sein Leben für immer zeichnen. Aber nichts war unmöglich.

ENDE

MfG

M.V.V.M.
Offizielle Website: www.mvvmstories.de.tl

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